Nachdem sich der Transfermarkt in den letzten Jahren besorgniserregend entwickelt hat und Ablösesummen im dreistelligen Millionenbereich längst keine Ausnahme mehr sind, hat sich FIFA-Boss Gianni Infantino nun sehr bedenklich zur aktuellen Situation geäußert. Wie der Schweizer in einem Interview vorschlug, sei eine Reform des Marktes eine ernsthafte Alternative, die es ins Auge zu fassen gilt.


Wie der 47-Jährige im Interview mit ESPN erklärte, könnte in Zukunft unter anderem eine Einschränkung der Kadergrößen den horrenden Ablösesummen entgegenwirken. "Wir haben alle ein Interesse daran, dass die besten Spieler spielen. Aktuell ist das nicht so, weil sich alles auf die besten in einigen wenigen Ligen und Klubs konzentriert." Neben einer Kader-Einschränkung könne demnach auch die Anzahl der Leihspieler begrenzt werden.

Final Draw for the 2018 FIFA World Cup Russia

Sieht dringend Handlungsbedarf: FIFA-Boss Gianni Infantino



Zudem wäre auch eine Anpassung des Transferfensters eine mehr als sinnvolle Reform, wie Infantino erklärte. Als Beispiel nannte der FIFA-Boss die englische Premier League, in der man ab der kommenden Saison nur noch bis zum ersten Spieltag am 9. August Spieler verpflichten darf. "Es ergibt Sinn, am Anfang der Saison zu wissen, wie dein Kader aussieht. Es sollte nicht mehr möglich sein, den Kader noch eine Woche, zwei Wochen oder einen ganzen Monat nach Saisonbeginn noch zu verändern und womöglich den besten Spieler zu verlieren. Wir müssen die Werte verteidigen, die Fußball zu dem gemacht haben, was er ist", so Infantino.


Allein im vergangenen Jahr hatten die internationalen Klubs insgesamt 5,1 Milliarden Euro für Neuverpflichtungen ausgegeben, Tendenz steigend. Mit einer Reform könnte dem rapiden Anstieg der Gelder im Fußball nun also schon bald entgegengewirkt werden.