​Nach der 0:1-Niederlage gegen den VfB Stuttgart geriet Borussia Mönchengladbach erneut in die Kritik. Auch Ex-Borusse Lothar Mätthäus ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und sieht bei den 'Fohlen' gleich mehrer Problemfelder. Unter anderem vermisst der deutsche Rekordnationalspieler echte Führungspersönlichkeiten.


Seit dem Rückrundenstart konnten die Borussen in fünf Partien nur einen Sieg einfahren und gingen vier Mal als Verlierer vom Platz. Dadurch verspielte sich das Team von Trainer Dieter Hecking eine gute Ausgangsposition im Kampf um die internationalen Plätze.

​In der BILD machte sich Vereinslegende Lothar Matthäus Luft und sparte nicht an Kritik. Dabei machte er den Abwärtstrend der Elf vom Niederrhein an dem Mangel von Leadern fest. "Der Kramer ist noch nicht so weit. ​Der Ginter ist zu ruhig, der Vestergaard auch. Wo sind die Spieler, die auf höherem Niveau ein Zeichen setzen? Die zeigen, dass man immer gewinnen will", so der 56-Jährige. In einer jetzigen Situation bräuchte der Verein nach Ansicht des ehemaligen Weltklassespielers "Erfahrung und Drecksäcke". 


Bei seinem Rundumschlag machte Matthäus auch vor der sportlichen Leitung der Borussen nicht Halt und attackierte Manager Max Eberl: "Ich persönlich setze mir hohe Ziele, um die auch zu erreichen. Wenn die immer sagen ‚einstelliger Tabellenplatz‘, ist das bei den Spielern in den Köpfen drin. Die sind dann mit dem achten Platz zufrieden. Der Anspruch muss höher sein.“

Von Trainer Dieter Hecking zeigte sich der TV-Experte weiterhin überzeugt, auch wenn er sich von dem 53-Jährigen mehr taktische Flexibilität wünscht: "Dieter hat große Erfahrung, ich traue ihm den Richtungswechsel zu. Warum kann der Trainer aber nur ein System? Das ist durchschaubar!"


Spieler, Trainer, Manager, damit hätten wir ja jetzt alle durch, oder? Weit gefehlt. Zu guter letzt bekamen auch noch die​ Anhänger der 'Fohlen' ihr Fett weg. "Die Fans haben beim letzten Heimspiel dem Team geschadet. Egal, was es für Probleme gibt – als Fan hat man eine Verpflichtung gegenüber der Mannschaft. Früher hatte Gladbach immer ein Super-Verhältnis zu den Fans – ich wundere mich", beendete der Weltmeister von 1990 seine Wutrede.