Seit nunmehr drei Spielen wartet Borussia Mönchengladbach auf einen Sieg. Im kommenden Heimspiel empfängt die Mannschaft von Dieter Hecking allerdings Borussia Dortmund, das im neuen Jahr bislang ungeschlagen vom Platz ging. Während es für Hecking darum geht, seine Spieler wieder in die Spur zu bringen, muss der 53-Jährige möglicherweise weiterhin auf Angreifer Raffael verzichten.

1:2, 2:0, 0:2, 0:1, 0:1 - die Resultate der bisher absolvierten Partien in der Rückrunde lassen für Borussia Mönchengladbach zu Wünschen übrig. Nach der Hinrunde, die man mit 28 Punkten auf dem ​sechsten Tabellenplatz beendete, stehen die 'Fohlen' aktuell auf Platz zehn und haben drei Punkte Rückstand auf die Europapokalplätze. "Wir sind momentan ein wenig auf der Suche nach der Leichtigkeit, dem Glücksmoment und dem Vertrauen, das uns ein Stück weit abhandengekommen ist. Das müssen wir uns wieder neu erarbeiten", wird Hecking nach der Pressekonferenz auf der vereinseigenen Website zitiert.

Der langjährige Trainer diverser Bundesligisten wie Hannover 96, dem 1. FC Nürnberg oder dem VfL Wolfsburg vertraue in der aktuellen Phase voll und ganz seinen Kompetenzen: "Ich habe ausreichende Erfahrung, um auch mit kritischen Situationen umzugehen und bin kein Freund von blindem Aktionismus. Das ist meist nur ein Zeichen, nach außen zu zeigen, dass man alles im Griff hat. Das war noch nie meine Art und ist in unserer aktuellen Situation auch nicht gefordert."

VfB Stuttgart v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

      Zuletzt machte sich bei den Spielern von Borussia Mönchengladbach vor allem                                                                      Ratlosigkeit breit

​Dabei legte Hecking den Finger in die Wunde und sprach die Probleme aus den vergangenen Partien deutlich an: "
Es ist offensichtlich, dass wir uns momentan viele Chancen herausspielen, aber zu wenige Tore daraus machen. Das ist das eine Manko. Das andere ist, dass wir zuletzt in Stuttgart zu sehr in die Breite und zu oft rückwärts gespielt haben. Besonders im letzten Spieldrittel hat uns dort die Entschlossenheit und das Durchsetzungsvermögen gefehlt. Diese Dinge kommen zum Tragen, wenn man Fehler vermeiden möchte, dann spielt man Sicherheitsfußball und nicht mehr nach vorne."

Allerdings dürfte es gegen Borussia Dortmund nicht einfacher werden. Der BVB verlor in 2018 noch kein Pflichtspiel und feierte nach drei Unentschieden drei Siege in Serie. ​Doch neben der aktuellen Verfassung des Gegners machen den Gladbachern auch weiterhin Verletzungsprobleme zu schaffen. "
Auf Oscar Wendt, Ibrahima Traoré, Fabian Johnson, Tobias Strobl, Julio Villalba und Mamadou Doucouré müssen wir weiterhin verzichten", so Hecking. Derweil mache László Bénes nach seinem Mittelfußbruch gute Fortschritte. "László Bénes ist seit anderthalb Wochen wieder im Mannschaftstraining und macht einen sehr lebendigen Eindruck. Er braucht aber noch etwas Zeit, um wieder an das hundertprozentige Niveau zu kommen. Vielleicht ist Laci im drauffolgenden Spiel schon wieder eine Option für den Kader."

Fabian Johnson, der seit Dezember über Rückenprobleme klagt, sei ebenfalls noch nicht so weit. "Fabian Johnson hat zwar die Laufintensität gesteigert, aber er hatte noch kein Balltraining. Aktuell ist noch nicht abzusehen, wann er wieder einsteigen kann." Zudem stehe hinter Raffael weiterhin ein Fragezeichen. Der 32-Jährige verpasste aufgrund einer Wadenverhärtung die Partien gegen Frankfurt und Leipzig und wurde in Stuttgart zur zweiten Halbzeit eingewechselt. "Wir müssen Sonntag abwarten, ob Raffael spielfähig ist. Er hat noch Nachwirkungen von seiner vorangegangenen Verletzung."

Generell komme der Brasilianer, der mit sieben Toren gemeinsam mit Hazard bester Torschütze der Borussia ist und mit seiner Kreativität immer wieder für Gefahr sorgt, "nicht in den Rhythmus. Raffael wechselt seit Wochen zwischen Massagebank und Spielfeld hin und her, das ist natürlich alles andere als optimal. Er hat nach wie vor Probleme mit der gereizten Wade."​​​

Sollte Raffael ausfallen, würde dies einen herben Verlust für Gladbachs Offensivspiel bedeuten. Allerdings hat Dieter Hecking noch einige Alternativen für den gefürchteten Angriff seiner Mannschaft, die vielleicht schon am Sonntag wieder ein Stück weit die verloren gegangene Leichtigkeit wiederfindet.