​FIFA-Präsident Gianni Infantino beobachtet derzeit mit großer Sorge die Geschehnisse auf dem Transfermarkt. In einem Interview offenbarte der Boss, dass er bereits an Plänen arbeitet, die den Transfer-Irrsinn beenden könnten.


"Man könnte sagen, dass das System gesund ist, weil eine Menge Geld im Umlauf ist. Aber der Trend ist besorgniserregend und darum müssen wir handeln", betonte der 47-Jährige in einem Interview mit ESPN (via transfermarkt.de). "Alleine für internationale Transfers sind 5,1 Milliarden Euro geflossen. Das ist das Doppelte von vor vier oder fünf Jahren."

Aus diesem Grund prüft Infantino momentan die Möglichkeiten der Einführung eines sogenannten "Salary Caps", wie es im US-Sport schon längst üblich ist: "Wenn wir auf das System im US-Sport schauen, gibt es in kommerzieller wie sportlicher Hinsicht starke Regulierungen. Und das hat sie nicht daran gehindert, auf kommerzieller Ebene erfolgreich zu sein. Natürlich gibt es in US-Sportarten viele Regeln, die wir nicht für den Fußball übernehmen können. Aber wir können über Salary Caps in irgendeiner Form oder andere sportliche Beschränkungen nachdenken, um sicherzustellen, dass das Talent besser verteilt wird."


Auch über eine Limitierung des Kaders und der Leihspieler will der Schweizer nachdenken: "Wir haben alle ein Interesse daran, dass die besten Spieler spielen. Aktuell ist das nicht so, weil sich alles auf die besten in einigen wenigen Ligen und Klubs konzentriert. Wir müssen auch auf die Regeln für Homegrown-Spieler schauen, um ein wettbewerbsfähiges Gleichgewicht zu finden." Vereine wie der FC Chelsea oder hierzulande die TSG Hoffenheim besitzen eine Unmenge an Leihspielern, die nicht eine Sekunde für ihren Stammverein gespielt haben.


Berater-Macht einschränken


Die immer mächtiger werdenden Berater will Infantino ebenfalls in die Schranken verweisen: "Ich denke, der Anstieg der Beratergebühren geht in eine falsche Richtung. Und viele Berater stimmen mir da zu und würden sich für mehr Aufsicht aussprechen. Es ist auch eine Frage des Fußball-Ökosystems… aktuell gibt es keine Regeln. Jeder kann tun, was er will. Aber die Realität zeigt uns, dass es so das Risiko für Bestechung, Korruption und Geldwäsche gibt. Das sage nicht ich, aber es gibt viele Berichte von Regierungsbehörden, die zeigen, dass das der Fall ist."


Die Maßnahmen, die Gianni Infantino in die Wege leiten möchte, klingen vielversprechend. Ob und wie sie umgesetzt werden, wird die Zeit zeigen. Auch das Financial Fairplay war vom Gedanken her ein gutes Signal. Die Umsetzung allerdings ist eine Farce.