Der Wandel von Walace. Der Brasilianer ist unter dem neuen HSV-Coach Bernd Hollerbach wieder gefragt und plötzlich "glücklich, hier zu sein.“ Am Samstag gegen Leverkusen wird der 22-Jährige wohl zum vierten Mal in Folge in der Startelf stehen. Danach geht es direkt in die Heimat zur Geburt seines Sohnes - von den HSV-Bossen genehmigt.


Vom Streik-Profi zum Stammspieler. Der Brasilianer Walace hat beim HSV einen turbulenten Jahresanfang hinter sich. Eigentlich wollte der Olympiasieger von Rio die Hanseaten im Winter unbedingt verlassen - doch dann folgte der Trainerwechsel von Markus Gisdol auf Bernd Hollerbach und der 22-Jährige war plötzlich wieder gefragt. Unter dem neuen HSV-Coach verpasste er in drei Spielen keine Minute und ist im zentralen Mittelfeld wieder gesetzt.


"Ich spüre nun mehr Vertrauen. Ich bin jetzt glücklich, hier zu sein“, bekräftigt Walace gegenüber der Bild. Der Wandel unter Hollerbach hat Gründe: "Er spricht mehr mit mir. Jetzt weiß ich, was ich machen soll und was von mir verlangt wird“, erklärt der Brasilianer.


Am Samstag empfängt der HSV die Werkself aus Leverkusen zu einem ganz wichtigen Heimspiel (15.30 Uhr). ​Das will der Brasilianer erfolgreich bestreiten und dann sofort in die Heimat ​jetten. Der 22-Jährige erwartet sein zweites Kind. Frau Kamila liegt hochschwanger in Walaces Geburtsort Salvador de Bahia, der ehemaligen Hauptstadt Brasiliens"Stichtag war am neunten Februar, aber die Ärzte erwarten, dass unser Junge am 18. Februar zur Welt kommt. Es kann also jeden Moment losgehen“, berichtet Walace. 

Anders als noch in der Winterpause, als Walace unentschuldigt länger in Brasilien weilte, ist der Baby-Urlaub von Trainer Hollerbach und Sportchef Jens Todt genehmigt. Damals habe er nach einem Gespräch mit Frau und Berater entschieden, seine "Kollegen nicht im Stich lassen" zu wollen. Jetzt ist Walace sehr dankbar über den Sonderurlaub: "Meine Vorfreude ist riesig. Ich bin dem ganzen Verein sehr dankbar, dass ich fliegen darf. Wir Brasilianer sind sehr familiäre Menschen, ich auch. Wenn ich bei der Geburt nicht dabei sein könnte, würde mich das im Kopf fertigmachen.“


Am Samstag darauf kommt es zum Duell der Nord-Rivalen im Weserstadion. Die Partie gegen Werder Bremen könnte vorentscheidenden Charakter für den Kampf um den Klassenerhalt haben. Ob Walace dann schon wieder aus der Heimat zurück ist, ist offen. "Das weiß ich noch nicht genau. Ich denke, ich werde rund fünf Tage bleiben. Aber ich werde noch mit dem Trainer darüber sprechen“, so der 22-Jährige.


So oder so, nach der Geburt seines Sohnes will sich Walace ganz auf den Abstiegskampf beim HSV konzentrieren. An die WM im kommenden Sommer denkt der zweimalige Nationalspieler nicht. "An erster Stelle steht für mich der Klassenerhalt mit dem HSV. Wenn es in Hamburg gut läuft, klappt es vielleicht auch mit dem Nationalteam. Ich bin 22 Jahre, da habe ich auch noch ein bisschen Zeit.“