​Noch in der Winterpause sehnten sich die Fans von Werder Bremen nach offensiven Verstärkungen und Sportdirektor Frank Baumann verzweifelte nahezu bei der Suche nach geeignetem Spielermaterial. Der ehemalige Nationalspieler hätte sich wohl nie träumen lassen, dass die Ideallösung bereits seit Jahren im Kader seines Teams schlummerte. Aron Johannsson ist der Spieler der Rückrunde bei den Werderanern und erhält Lob von allen Seiten.


"Er hat verletzungsbedingt ein langes Tal durchschritten, geht dabei immer positiv an die Dinge an. Er verkrampft nie und spielt sein Spiel", lobte Coach Florian Kohfeldt, räumte aber ein:  "Er musste aber auch Ernsthaftigkeit lernen und verinnerlichen, dass diszipliniertes Verteidigen wichtig ist." 



2015 wechselte der US-Amerikaner vom AZ Alkmaar zu Werder Bremen und spielte seither nur eine geringfügige Rolle in den Planungen des jeweiligen Trainers. In der Hinrunde dieser Saison kam er auf eine Spielzeit von sage und schreibe vier Minuten. Und das bei bester Fitness. Erst in der Rückrunde schien sich Kohfeldt zu besinnen, dass da ja noch ein Offensivspieler in den eigenen Reihen ist. Am 18. Spieltag durfte Johannsson für die letzten sechs Minuten, zwei Wochen später gegen Hertha für die letzten zwei ran.


Doch diese Mini-Einsätze reichten, um sich in den Fokus zu spielen. Auf Schalke kam er zur Mitte der zweiten Halbzeit in die Partie - beim Stande von 0:1. Die Vorlage des 27-Jährigen jedoch, leitete die Wende ein und Werder drehte die Partie. Der Offensivmann wurde nach seinem Auftritt mit Lob überschüttet.


Nur wenige Tage später stand er in der Startelf im DFB-Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen. Nach nur acht Minuten führten die Grün-Weißen bereits mit 2:0 - Torschütze zum zweiten Treffer? Aron Johannsson. Dass Werder am Ende noch 2:4 verlor ist zwar bitter, ändert jedoch nichts am grandiosen Aufstieg des US-Boys.


"Die letzte Zeit war nicht einfach. Ich habe immer an mich geglaubt und wusste, dass wenn ich so trainiere, ich irgendwann belohnt werde", sagte der Mann aus Alabama auf der Pressekonferenz. "Mir ist egal, wo ich spiele. Wichtig ist, dass ich spiele. Ich würde auch im Tor spielen, aber Pavlenka ist glaube ich etwas besser momentan. In der Jugend war ich auch Flügelspieler. Was neu ist, sind die defensiven Wege."



Diese Mentalität verhalt Aron Johannsson nun endlich zum Durchbruch. Allerdings muss er seine ansteigende Form nun Woche für Woche bestätigen, ansonsten könnte er wieder ziemlich schnell in Vergessenheit geraten.