Der Bayern-Präsident in typischer Hoeneß-Manier. Angesprochen auf den großen Konkurrenzkampf im Kader reagiert Hoeneß barsch. Am vergangenen Samstag mussten mit Sebastian Rudy und Juan Bernat erstmals in dieser Spielzeit zwei Stars auf der Tribüne Platz nehmen. Gerade für Rudy sind die Aussichten düster.


Uli Hoeneß wie er leibt und lebt. Bei seinem FC Bayern läuft es derzeit richtig rund, Trainer Jupp Heynckes kann personell dabei fast aus dem Vollen schöpfen. Einzig ​Thiago arbeitet derzeit an seinem Comeback​Manuel Neuer ist noch in der Reha. Die restlichen 25 Profis im Kader sind einsatzfähig. 


Naturgemäß herrscht dadurch ein großer Konkurrenzkampf. Gerade im zentralen Mittelfeld hat Heynckes die Qual der Wahl. Beim letzten Bundesliga-Spiel gegen Schalke fiel dem Sebastian Rudy zum Opfer. Der Nationalspieler musste die Partie, ebenso wie Juan Bernat, von der Tribüne aus verfolgen. 

Auf das brisante Überangebot im derzeitigen Kader angesprochen, reagierte Bayern-Präsident Hoeneß auf seine typische Art. Er ging zum Gegenangriff über: "Ich muss Ihnen mal eines sagen: Hören Sie auf, immer die Nadel im Heuhaufen zu suchen! Kümmern Sie sich um die, die spielen und nicht um die, die auf der Tribüne sitzen“, so der 66-Jährige gegenüber der tz.


Hoeneß versucht ein mögliches Störfeuer im Keim zu ersticken - und wird dabei auch auf die Erfahrung seines Trainers vertrauen. Heynckes hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er eine solche Situation perfekt moderieren kann. Zumal Rudy ohnehin kein Lautsprecher ist und wohl kaum für negative Stimmung sorgen wird. Bitter ist die derzeitige Situation für den 27-Jährigen dennoch.


Rudy nur noch Ergänzungsspieler


Wenige Monate vor der WM kam er in den sechs Pflichtspielen seit dem Jahreswechsel nur dreimal zum Einsatz. Mit der bevorstehenden Rückkehr von Thiago droht sich seine Lage weiter zu verschärfen. "Es ist große Konkurrenz da, was Leistungen rauskitzelt. Klar tut es mir leid für jeden, der nicht dabei ist. Dieses Mal hat es Sebastian erwischt. Der Trainer hat es bis jetzt richtig gut gemacht und wird auch in der Zukunft versuchen, dass alle Spielzeiten bekommen. Schauen wir mal, wie das in den nächsten Spielen sein wird“, versuchte Sportdirektor Hasan Salihamidzic zu beschwichtigen. 

FC Bayern Muenchen v SV Werder Bremen - Bundesliga

Am Samstag hat es für Rudy (r.) nicht einmal für einen Platz auf der Bank gereicht.



Kollege Mats Hummels machte sich ebenfalls Gedanken über das "Luxusproblem": "Für diejenigen, die es dann mal erwischt - und eben nicht aus einer Pause heraus - ist es natürlich hart“, meinte der Bayern-Verteidiger. "Ich glaube, da muss man die Spieler sofort wieder mit ins Boot holen. Solche Entscheidungen fallen jedem Trainer schwer. Keiner sagt: Geil, heute darf ich mit Juan Bernat einen super Linksverteidiger und Sebastian Rudy einen deutschen Nationalspieler auf der Sechs rausnehmen“, so der Weltmeister weiter.


Spätestens nächste Woche im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales gegen Besiktas Istanbul wird Heynckes seine derzeitige Wunsch-Elf aufs Feld schicken. Sebastian Rudy wird mit ziemlicher Sicherheit nicht dabei sein und könnte dann erneut von den Stadionrängen aus zuschauen müssen. Sollten alle fit bleiben, droht dem Nationalspieler bis zum Saisonende eine Nebenrolle. Einsätze wird es dann wohl nur noch in Einzelfällen in der Bundesliga geben.