Der 1. FC Köln hat mit einem offenen Brief auf das ​erneute Fehlverhalten einiger Ultra-Gruppierungen reagiert. Der Klub fordert die Ultras darin zum Einhalten der Regeln auf und will den Dialog wieder aufnehmen. Das Maß sei voll, "von einer vereinten Anhängerschaft kann keine Rede mehr sein", hießt es. Der Streit droht nun zu eskalieren.


Der Streit zwischen dem 1. FC Köln und seinen Ultras erreicht die nächste Eskalationsstufe. In einem ​offenen Brief gingen Präsidium, Geschäftsführung, Aufsichtsrat, Beirat sowie Teile des Mitgliederrats in die Offensive und richteten sich an die Ultras. 


Das Verständnis sei aufgebraucht, heißt es darin. "Wir wissen, dass dies eine weitere Verhärtung der Position der angesprochenen Ultra-Gruppen zur Folge haben kann, halten es aber für vorrangig, dass alle Fans und Mitglieder die Gründe für das derzeit gestörte Verhältnis zwischen dem Club und Teilen der Ultra-Gruppen kennen."

Die Vorwürfe: Mitarbeiter und Offizielle des FC seien zuletzt beleidigt und bedroht worden, Ordner und andere Fans sollen tätlich angegriffen worden sein. Neben der Gewalt innerhalb des Vereins steht auch das Verhalten gegen andere Fans und speziell bei Auswärtsfahrten am Pranger. 


Zuletzt in Frankfurt kam es zu Schlägereien zwischen den beiden Fan-Lagern. Zudem wurden Züge stark verwüstet. Zu Vorfällen mit Pyrotechnik sei es mehrfach gekommen. Als negativen Höhepunkt nannte der Klub dabei das Auswärtsspiel in der Europa League in Belgrad, als Böller teils auf Familien gefeuert worden seien. Im Brief heißt es dazu: "'Wie lange wollt ihr euch das Verhalten der Ultras noch gefallen lassen?' Die Reaktion der großen Mehrheit der mitgereisten Fans auf das Fehlverhalten aus Reihen der Ultras in Belgrad war bezeichnend."


"Von einer vereinten Anhängerschaft kann keine Rede mehr sein"


Der 1. FC Köln geht mit dem offenen Brief an die Ultras auf Konfrontationskurs. Es geht neben den oben genannten Vorfällen unter anderem auch um Stadionverbote, Genehmigungen der Choreografien und den Austritt der Ultras aus der "AG Fankultur" und damit dem Dialog mit dem Verein.


Die Worte des Klubs können auch als eine Art Gegenmaßnahme zu den Forderungen der Ultras gesehen werden. Die hatten unter anderem die Aufhebung aller Stadionverbote aus dem Sommer 2017 sowie einer Klausel zur Genehmigung von Choreografien gefordert. Zu einer Einigung war es allerdings nicht gekommen. Nun scheinen die Fronten durch das Vorpreschen des FC weiter verhärtet zu sein.