Der VfL Wolfsburg steckt in einer sportlichen Talfahrt und konnte sich noch immer nicht von den Abstiegsrängen entfernen. Die Anhänger des Vereins wollen im kommenden Spiel gegen den FC Bayern München (Samstag, 15.30 Uhr) daher ein Zeichen setzen und haben Berichten zufolge zu einem temporären ​Stimmungsboykott gegen den Rekordmeister aufgerufen. Mittlerweile hat der Verein auf die Ankündigung der Fans reagiert und bittet um die volle Unterstützung.

Nur zwei Siege seit Dezember, nur einer in den vergangenen acht Partien - die Lage beim VfL Wolfsburg wird immer bedrohlicher. Nach dem Abschluss der Hinrunde belegte die Mannschaft von Martin Schmidt den zwölften Tabellenplatz, seitdem hat sich jedoch wenig getan: Die 'Wölfe' sind mit mittlerweile 24 Zählern auf Platz 13 abgerutscht und haben noch immer knappe vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, der derzeit von Mainz 05 belegt wird.

Trotz vieler talentierter Spieler schafft es die Mannschaft nicht, konstant zu punkten und den Abstand zur Abstiegszone zu verringern. Die Fans des VfL sind zunehmend unzufrieden mit den Leistungen der Mannschaft und wollen daher im Heimspiel gegen Tabellenführer Bayern München ein Zeichen setzen: Die Nordkurve soll über 19 Minuten und 45 Sekunden leer bleiben, dies habe man so untereinander bei einem Treffen beschlossen.

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   Die Nordkurve des VfL Wolfsburg ist regelmäßig voll. Gegen den FC Bayern München                              wird sie allerdings knapp 20 Minuten leer bleiben

​Der Verein hat mittlerweile auf den angedrohten Stimmungsboykott reagiert und zeigt Verständnis für die Reaktion der Anhänger: "Wir können den Unmut der Fans und die aktuelle Diskussion über geplante Protestaktionen zum Spiel am Samstag nachvollziehen", wird Tim Schumacher, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, im Hamburger Abendblatt zitiert. Mittlerweile stehe man zudem "im Austausch mit unserer aktiven Fanszene", führte der 43-Jährige fort.

​Allerdings machte er auch deutlich: "
Wir brauchen auch weiterhin die volle Unterstützung unserer Fans." Ohne die lautstarken Gesänge der Fans gegen den Rekordmeister anzutreten, wäre ein herber Rückschlag. Der FC Bayern ist ohnehin der unangenehmste Gegner der Bundesliga, gegen den man nur als geschlossene Einheit besteht - bestenfalls mit den Fans. Sollten diese ihren angedrohten Boykott vollziehen, wäre zumindest die Anfangsphase der Partie eine noch größere Hürde für die Wolfsburger, als sie ohnehin schon ist.