Die Abwärtsspirale beim VfL Wolfsburg dreht sich bedrohlich weiter. Am kommenden Samstag warten jetzt auch noch die Bayern. Während Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher der sportlichen Leitung sein Vertrauen aussprach, kündigen die Fans einen Boykott an. 


Nur ein Sieg aus den vergangenen acht Liga-Spielen, zuletzt die 1:3-Pleite bei Werder Bremen. Spätestens seit dem 22. Spieltag befindet sich der VfL Wolfsburg wieder in den Regionen, von denen man sich nach der katastrophalen Vorsaison eigentlich lösen wollte. Die 'Wölfe' sind mitten im Abstiegskampf angekommen. Vier Punkte beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz nur noch. Angesichts der mageren Ausbeute der vergangenen Wochen und der indiskutablen Leistung in Bremen kein wirkliches Polster.


Längst mehren sich die ​Zweifel an Trainer Martin Schmidt und an Sportdirektor Olaf Rebbe. Seit Schmidt am fünften Spieltag das Ruder an der Seitenlinie übernommen hat, wurde die Lage des VfL kaum besser. Im Gegenteil: Spielerisch blieb die Mannschaft gerade nach der Winterpause weit hinter den Erwartungen zurück. 


"Wir vertrauen der sportlichen Leitung und brauchen jetzt Ruhe und Geschlossenheit", forderte VfL-Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher gegenüber Sportbuzzer dennoch. Heißt auch, dass man weiter mit Rebbe zusammenarbeiten will. Der VfL-Sportdirektor hat dieses Amt seit Januar 2017 inne - und seither eine äußerst magere Bilanz vorzuweisen.

Vor allem seine Transfers in dieser Saison werden dem 39-Jährigen angelastet. Über ein Dutzend neuer Spieler kamen zum VfL, eine wirkliche Strategie war allerdings nicht zu erkennen. Außer Felix Uduokhai überzeugte keiner nachhaltig, dazu kam das Pech, dass mit John Anthony Brooks und Ignacio Camacho die beiden "Königstransfers" langfristig fehlen bzw. fehlten.


"Der VfL hat ganz bewusst vor der Saison einen neuen Weg eingeschlagen. Dass dieser nicht einfach sein würde, war uns allen klar. Der Umbruch im Kader und die damit einhergehende Konsolidierung des VfL waren und sind große Herausforderungen", erklärte VfL-Geschäftsführer Schumacher. Die Anhänger sehen das größtenteils anders: Vor dem Heimspiel am Samstag gegen den FC Bayern (15.30 Uhr) wollen ​die Ultras, gemäß dem Gründungsjahr des Klubs, die ersten 19:45 Minuten ​nicht in der Nordkurve erscheinen.


"Wir sind uns über die schwierige, sportliche Lage im Klaren und können den Unmut der Fans absolut nachvollziehen", so Schumacher zum angekündigten Boykott. "Für uns alle waren die letzten Spiele nicht zufriedenstellend." Dennoch besitze die Mannschaft das Potenzial, um "die nötigen Punkte für ein versöhnliches Saisonfinale zu sammeln. Für diese Aufgabe nehmen wir uns alle in die Pflicht, brauchen dazu aber auch weiterhin die volle Unterstützung unserer Fans“, appellierte er.