Ist das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans bei Hannover 96 zerrüttet? Anstatt mit den eigenen Anhängern zu feiern, ging das Team von Trainer André Breitenreiter nach dem Sieg gegen Freiburg geschlossen in die Kabine. Im Interview mit dem Sportbuzzer, legte 96-Kapitän Philipp Tschauner nun die Gründe für das Handeln seiner Mannschaft offen und sprach über die Beziehung zu den Hannoveraner Ultras.


„Wir haben als Mannschaft noch auf dem Platz im Kreis die Entscheidung getroffen, es weiter so zu halten wie in allen Heimspielen zuvor“, erklärt Philipp Tschauner den schnellen Abgang nach dem Schlusspfiff am Samstag. Der Aufforderung der Fans, die den Stimmungsboykott haben ruhen lassen, nach dem Spiel in die Nordkurve zu kommen, sind die 96-Akteure derweil nicht nachgegangen. „Wir wollen immer neutral bleiben bei allem, was um den Verein herum los ist. So haben wir das die ganze Saison über gemacht“, so der Schlussmann der Niedersachsen.


Kritik an Martin Kinds Übernahmeplänen


Bereits seit einiger Zeit ist das Verhältnis zwischen den Hannoveraner Anhängern und dem Präsidenten Martin Kind zerrüttet. Beim ersten Heimspiel 2018 der 96er waren so viele Banner wie nie zuvor in dieser Saison auf den Rängen zu sehen. Kritisiert wurden darin vor allem Kinds Übernahmepläne.

Hannover 96 v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Die Stimmen gegen Martin Kind bei den 96-Fans werden lauter


Auf die Frage hin, ob die Mannschaft am Samstag auf Anweisung des Vereinspräsidenten gehandelt habe, sagte Tschauner: „Da kann ich allen Leuten, die das denken, ganz klar sagen: Wir haben das als Team ganz allein auf dem Platz entschieden.“


Die Atmosphäre während des Spiels habe derweil „enorm gut“ getan. „Das lässt uns aufleben und hilft, die letzte Grätsche anzusetzen“, erklärte der 96-Kapitän, der – zusammen mit Sportdirektor Horst Heldt – nach der Partie mit einigen Fan-Vertretern geredet hatte. „Wir hatten einen sehr guten Meinungsaustausch. Es war auch kein Zehn-Minuten-Gespräch, das hat schon ein bisschen länger gedauert. Es ist wichtig, dass wir im Dialog bleiben. Inhaltlich bleibt es unter uns.“


Ob die Mannschaft dann beim nächsten Heimspiel gegen Gladbach in die Kurve gehen wird, wollte sich Tschauner noch nicht festlegen: „Wir werden das wieder in der Mannschaft besprechen und uns eine Meinung bilden.“