Entwarnung bei Manuel Neuer. Der Weltmeister-Torwart kann wohl auch bei der WM in Russland zwischen den Pfosten stehen. Dank einer speziellen Therapie​ mit Eigenblut-Spritzen sei der Mittelfußbruch des Bayern-Kapitäns wieder gut zusammengewachsen. Vorsicht ist aufgrund der komplizierten Verletzung dennoch weiter geboten.


Kommt der Kapitän rechtzeitig wieder zurück? Die Spekulationen um das Comeback von Manuel Neuer halten weiter an. Die Nummer eins des FC Bayern und der Nationalmannschaft fällt nun schon seit fünf Monaten aus. Längst scheint auch die WM-Teilnahme in Russland gefährdet zu sein.


Neuer selbst hatte dagegen immer wieder beruhigt und ​in einem Interview mit dem Klub-TV Ende Januar betont, er werde auf jeden Fall noch in der Rückrunde wieder zwischen den Pfosten stehenNach Informationen der ​Bild war das nicht nur Zweckoptimismus, sondern entsprach dem Heilungsverlauf bei seinem gebrochenen Fuß. 


Eine Eigenblut-Therapie (Autologes Condiotioniertes Plasma) habe derart gut angeschlagen, dass sein linker Mittelfußknochen wieder gut zusammengewachsen sei. Einer WM-Teilnahme stehe somit nichts mehr im Wege. "Ich gehe im Moment sicher davon aus, dass Manuel bei der WM dabei ist. Ich denke, dass er vor der WM auch noch in der Bundesliga oder Champions League spielen wird. Über einen Plan B machen wir uns keine Gedanken“, bekräftigte DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke.

ACL-Thearapie für den komplizierten Bruch


Zwei Spritzenkuren seien dem 31-Jährigen bereits im November und Dezember verabreicht worden sein, damit der dritte Bruch an seinem linken Mittelfuß wieder gut zusammenwachsen kann. "Da Manuel Neuer in den letzten Jahren dreimal die gleiche Verletzung hatte, verläuft der Heilungsprozess bei ihm langsamer. Durch ACP wird das Immunsystem gestärkt und die Genesung einer Verletzung beschleunigt“, erklärte Diplom-Sportwissenschaftler Ralf Ohrmann gegenüber der Bild.


Orthopäde und Unfallchirurg Prof. Dr. Andreas B. Imhoff verdeutlichte, warum der Heilungsverlauf bei Neuer sehr langwierig sei: "Es handelt sich um eine sogenannte Marschfraktur, die Soldaten nach langen Märschen erleiden. Eine Überlastung des Knochens ist der Grund. Es entsteht dabei keine glatte Bruchstelle, sondern kleine Faserrisse im Knochen. Dort bildet sich kein Kallus, keine Überbrückung um die Bruchstelle. Es kann so, anders als beim klassischen Bruch, wieder kleine Einrisse geben.“  


Prof. Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln bestätigte dies ebenfalls. Fünf bis sechs Monate Ausfallzeit seien völlig normal, so der Sportwissenschaftler. "Durch die vielen kleinen Einrisse ist die Gefahr einer Wieder-Verletzung hoch. Der langsame Reha-Weg ist daher richtig. Man muss schauen, wie der Knochen auf die Belastung reagiert und immer wieder Kontrollen per Kernspintomografie machen", meinte Froböse. Vertrauen in den Fuß zu bekommen sei nun das "Allerschwierigste", so der Sportwissenschaftler weiter. 


Abwechslung von der Reha in Thailand


​Derzeit befindet sich Neuer mit seiner Frau Nina für zehn Tage in Phuket. In einem Luxus-Resort soll er Abwechslung vom Reha-Alltag an der Säbener Straße bekommen - seinen Trainingsplan vernachlässigt der Schlussmann aber auch im heißen Thailand nicht. Zurück in München soll dann entschieden werden, wann Neuer endlich wieder auf den Platz zurückkehren kann. 

Ein Risiko werde man dabei aber nicht eingehen. Das wiederholte Neuer Ende Januar und auch sein Berater Thomas Kroth betonte dies bei der Bild: "Es läuft alles gut und wie geplant. Nach seiner Rückkehr wird es noch mal Termine mit den Ärzten geben, dann wird überlegt, wann Manuel einsteigt. Wir haben immer gesagt: Er soll sich die Zeit nehmen. Wenn es eine Woche länger dauert, dauert es eine länger, wenn es drei Wochen länger dauert, dann eben drei.“