Christian Günter ist eines der vielen Eigengewächse des SC Freiburg. Christian Streich, den er noch aus gemeinsamen Tagen bei der U19 kennt, hat das Leben des Linksverteidigers um einiges bereichert, wie er in einem Interview durchblicken lässt.


Seit 2006 steht Christian Günter beim Sportclub aus Freiburg unter Vertrag. Damals hatten ihn die Breisgauer von seinem Heimatklub FV Tennenbronn losgeeist und ihn in der Talentschmiede an der Dreisam gefördert. Täglich hieß es 140 Kilometer pendeln, um zum Training zu gelangen. Sechsmal die Woche – fünf Jahre lang. Günter blieb vorerst zuhause wohnen, um dort seinen Realschulabschluss zu erwerben und im Nachgang eine Lehre zum Industriemechaniker zu durchlaufen.


„Der Wecker hat um 5.30 Uhr geklingelt, bis etwa 16 Uhr habe ich gearbeitet. Mit dem Zug hätte ich es nicht rechtzeitig zum Training geschafft, also hat mich meine Familie mit dem Citroën gefahren“, erzählt Günter in der Sport Bild und führt aus: „Viermal pro Woche mein Vater, einmal meine Mutter und einmal mein Opa. Um 22.30 Uhr waren wir wieder zu Hause. Sie haben einen großen Anteil daran, dass ich jetzt Bundesliga-Profi bin.“

VfB Stuttgart v Sport-Club Freiburg - Bundesliga

Christian Günter spielt seit seinem 14. Lebensjahr für Freiburg



Vor allen Dingen seinen ehemaligen U19-Trainer hatte Günter ​mit seinem Durchhaltevermögen nachhaltig beeindruckt. Dieser war kein Geringerer als Christian Streich, der seit Jahren die Profimannschaft erfolgreich führt. Ein knappes Jahr nach dessen Beförderung zu den Profis zog Streich Günter in den Herrenkader hoch.


Keine Arroganzen bei Streich zu erkennen


„Herr Streich hat oft mit mir über die Ausbildung geredet und mir gesagt, wie toll er es findet, dass ich das durchziehe“, sagt Günter und führt aus: „Ich glaube, es hat ihn auch ein Stück weit von mir überzeugt. Er und die Mit-Trainer haben gesehen, dass ich den Willen mitbringe, auch harte Zeiten durchzustehen.“ Streich habe sich in seiner Zeit als Trainer der Profis nicht verändert.


„Was das Fußballspiel betrifft, aber auch charakterlich konnte ich einiges von ihm lernen“, schwärmt Günter. Im Profifußball würden einige eine Art Arroganz entwickeln, unter anderem oft aus Selbstschutz. Streich verkörpere jedoch Bodenständigkeit und lasse sich trotz des ganzen Trubels um seine Person nicht verändern. „Es ist beeindruckend, dass er die Menschlichkeit nie verloren hat.“