Noch im Dezember hatte BVB-Trainer Peter Stöger nach durchwachsenen Wochen und Monaten angekündigt, dass die Borussia in der Rückrunde wieder attraktiveren Fußball bieten würde. Fünf Spiele sind in diesem Kalenderjahr bereits gespielt – doch auf spielerische Glanzlichter müssen die Fans des amtierenden Pokalsiegers weiter warten. Und auch Peter Stöger musste inzwischen zurückrudern.


„Man kann davon ausgehen, dass wir in der Rückrunde eine Mannschaft sehen werden, an der die BVB-Fans richtig viel Spaß haben werden“, gab der österreichische Cheftrainer im Nachgang des ​Pokalspiels bei Bayern München beim Onlineportal derwesten.de zu Protokoll. Man dürfe sich auf offensivorientierten Fußball einstellen, „weil die Jungs richtig gut kicken können.“

Nun, keine zwei Monate später, ist auch Stöger auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Zwar hat es der 51-Jährige geschafft, die kriselnde Borussia ergebnistechnisch zu stabilisieren, doch kam der einst so spielerische Glanz der Westfalen inzwischen fast gänzlich abhanden.


Doch Stöger liefert gegenüber der WAZ Gründe, warum der aktuelle BVB nicht mit den Mannschaften der Vorjahre zu vergleichen ist. „Man kann nicht immer wieder gefühlt die besten Spieler an die besten Vereine abgeben und glauben, dass man das sofort mit Spielern, die diese Erfolge noch nicht haben, auffangen kann und es normal weitergeht“, erläutert Stöger.

Dennoch lobte Stöger die Mentalität der Mannschaft, die auch in der schwierigen sportlichen Phase einen starken Charakter zeigen würde. „Man hat das Gefühl, dass die Konsequenz und der Wille in der Mannschaft da sind, die Spiele zu gewinnen und sich da oben festzusetzen“, so der Österreicher. An der Attraktivität des Offensivspiels würde man weiter arbeiten, auch wenn dies Zeit brauche.


Oberste Priorität habe in Dortmund nach wie vor die erneute Qualifikation zur Champions League – alles weitere müsse sich erst noch finden. „Man kann etwas entwickeln. Und das ist der Zugang, den wir haben“, erklärt Stöger. Und er schließt mit einem schelmischen, allerdings äußerst treffenden Spruch: „Aber in Schönheit gestorben ist halt auch gestorben.“