Als im Sommer 2016 André Schürrle und Mario Götze zu Borussia Dortmund wechselten, hätte dies der Anfang einer großen Bundesliga-Buddy-Geschichte werden können. Den beiden Weltmeistern und Dortmund-Urgestein Marco Reus wird seit Jahren eine echte Männerfreundschaft nachgesagt. Doch es sollte zunächst anders kommen: Mindestens einer der Trios war im Grunde immer langfristig außer Gefecht gesetzt. Nun sind alle drei fit – und sie sprühen vor Spielfreude.


​Als André Schürrle in der ​Schlussphase gegen den Hamburger SV zu einem finalen Sprint ansetzte und dann mustergültig Mario Götze in Szene setzte, stand der Signal-Iduna-Park Kopf. Ein Hauch der Magie von Rio wehte für einen Moment durch Dortmund. Die Begegnung war entschieden, die Erleichterung greifbar.


Wenig später dürfte auch eine von Götze, Schürrle und Reus betriebene WhatsApp-Gruppe heiß gelaufen sein. Die drei Nationalspieler hatten diese im Vorfeld der EM 2012 eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt galten sowohl Götze, als auch Reus und Schürrle als kommende Superstars. Nun muss diese damalige Prognose nicht als gescheitert betrachtet werden, wenn Spieler mit Mitte/Ende 20 bei Borussia Dortmund unter Vertrag stehen. Doch wäre mit Sicherheit noch deutlich mehr drin gewesen, wenn besagtes Trio nicht von unsäglichem Verletzungspech verfolgt gewesen wäre.


„Ein Horrorszenario ist es für mich nicht“, antwortete BVB-Trainer Peter Stöger auf die Frage, ob Reus, Götze und Schürrle schon bald wieder gemeinsam auf dem Platz stehen würden. Und der Österreicher dürfte damit so ziemlich die Meinung der BVB-Fans wiedergegeben haben. Götze, Reus und Schürrle stehen für Qualität, die die Borussia in dieser schwierigen Saisonphase unbedingt benötigt.


Bereits am Donnerstag steht das knifflige Europa-League-Duell mit Atalanta Bergamo auf dem Plan. Wenig später warten in der Bundesliga die Wochen der Wahrheit. Jene Wochen, die den BVB in der Hinrunde in eine der schwersten Krisen der jüngeren Vereinsgeschichte fallen ließen. Es hängt auch an Schürrle, Reus und Götze, diese Phase zu meistern. Und eine echte „Bromance“ endlich auch sportlich mit neuen, positiven Geschichten zu füttern.