Zweieinhalb Jahre nahm Roger Schmidt auf dem Trainerstuhl von Bayer Leverkusen Platz. Sein Abtritt bei den Rheinländern ging nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne. Nationalspieler Julian Brandt sieht offenbar noch knapp ein Jahr danach Grund, gegen seinen Ex-Trainer nachzukarten.


​Julian Brandt kramt in seinen Erinnerungen. Angesprochen auf seinen Leverkusener Ex-Trainer Roger Schmidt lässt der Nationalspieler kein gutes Haar am dem Fußballlehrer. „Hut ab vorm Trainer, was er im Sommer vorgefunden hat, war nicht so einfach. Wir hatten schon einen kleinen Schrotthaufen als Mannschaft“, sagte Brandt nach der 0:2-Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Hertha BSC.


Unter Schmidt nahm die Werkself in der Vorsaison einen merklich negativen Trend an, der schließlich in der Beurlaubung des 50 Jahre alten Fußballlehrers mündete. „Roger war ein anderer Typ. Er hatte definitiv seine Stärken - aber auch seine Schwächen“, so Brandt weiter, der seit Sommer von Heiko Herrlich als neuen Cheftrainer betreut wird.

Borussia Dortmund v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

Roger Schmidt trainiert seit vorigem Sommer in China


Unter Herrlich war zuletzt ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen. In der Liga rangieren die Leverkusener auf einem zufriedenstellenden fünften Platz, im Pokal treffen die Rheinländer im Halbfinale auf den FC Bayern. „Seine Herangehensweise habe ich so in dieser Art noch nie erlebt. Alles, wofür er lebt, bringt er in die Mannschaft“, schwärmte Brandt indes von seinem neuen Trainer.


Schmidt wagte im vorigen Sommer einen Neuanfang und schlug den Weg ins fernöstliche China ein. ​Als Trainer von Beijing Sinobo Guoan hatte der Nordrhein-Westfale bisher aber nur bedingt Erfolg. In der Chinese Super League holte er nach sieben Spielen ohne Niederlage in den letzten sieben Partien der Saison mit einem Sieg lediglich drei Punkte – und stand auch dort schon in der Kritik. Sein Vertrag läuft noch bis Ende 2019.