Es wird spannend beim Hamburger SV. Neben der prekären Situation in der Bundesliga, steht am kommenden Sonntag die Wahl zum Präsidenten des e.V. auf der Agenda. Im Vorfeld stichelt Amtsinhaber Jens Meier gegen Herausforderer Bernd Hoffmann. Unterdessen wünscht sich Mäzen Klaus-Michael Kühne Veränderungen in der Vereinsspitze.


​Mit zwei unterschiedlichen Konzepten gehen Jens Meier und Bernd Hoffmann in die entscheidende Wahlschlacht um den Vorsitz des e.V. in Hamburg. Im Vorfeld gibt es bereits einiges an Zündstoff. Hoffmann hatte unlängst den Wahlort kritisiert, die Halle „Kuppel“ sei zu klein, monierte der Herausforderer. „Die Wahr­heit ist, Bernd Hoff­mann hat über­all rum telefoniert, sich wegen al­ter­na­ti­ver Hal­len in­for­miert. Das ist über­haupt nicht seine Auf­ga­be“, kommentiert Meier in der Bild und fügt an: „Das ist plum­per Wahl­kampf. Motto: Das Prä­si­di­um ist zu dumm, eine Halle an­zu­mie­ten.“

Hoffmann will als e.V.-Präsident auch ​Aufsichtsratschef werden und den HSV neu ausrichten. „Ich glau­be nicht, dass es gut ist, dass der Prä­si­dent des e.V. der bes­se­re Vor­stand ist. Dann soll­te man sich als Vor­stands-Vor­sit­zen­der be­wer­ben“, spitzelt Meier. Der Chef des Hamburger Hafens ist mit seiner Amtsperiode zufrieden, er arbeite nach dem Motto, Leistung verdient Vertrauen. „Wir haben ver­spro­chen, wir haben ge­lie­fert. Nur ver­spre­chen ist so eine Ge­schich­te. Das gilt für Nor­der­stedt, da gab es lange Ver­spre­chen. Wir haben um­ge­setzt.“


Hoffmann kritisierte zuletzt die Besetzung wichtiger Stellen im Klub öffentlich. Das sei der Unterschied zwischen ihm und Hoffmann, meint Meier. Er führe solche Diskussionen nicht öffentlich. „Ich kann doch nicht meine ge­sam­te Füh­rungs-Crew in Schutt und Asche legen.“ Meier finde es zudem vermessen, dass jemand komme, der sieben Jahre „raus war, nun sagt, ich kann alles besser. Das finde ich bemerkenswert.“


Kühne wünscht sich Veränderungen


Die Schlammschlacht ist somit in vollem Gange. Indes steht Investor Klaus-Michael Kühne einem Umbruch offen gegenüber. „Ich wünsche mir eine starke Führung des HSV, ich wünsche mir Veränderungen dort in mancher Beziehung. Aber mehr möchte ich zu diesem Thema nicht sagen“, wird der Mäzen von der Hamburger Morgenpost zitiert. Eine klare Tendenz ist im Rennen um den e.V.-Vorsitz bisher nicht zu erkennen. Es bleibt also noch bis Sonntag spannend.