Am ersten Sonntagsspiel des 22. Spieltages erwischte der VfB Stuttgart einen sehr guten Start gegen Borussia Mönchengladbach und machte den Gästen in der Folge aufgrund einer strukturierten Defensivordnung das Leben schwer. Zu Beginn des zweiten Durchganges machte Gladbach Dampf, wurde jedoch zunehmend ideenloser und musste sich letzten Endes gegen einen kompakten und effizienten Gegner mit 0:1 geschlagen geben.

Gegen Borussia Mönchengladbach setzte Tayfun Korkut auf ein 4-4-2 mit Aogo und Ascacibar im zentralen Mittelfeld. Gentner und Thommy begannen auf den Außen, im Sturm starteten Gomez und Ginczek.

Dieter Hecking veränderte seine Mannschaft im Vergleich zur 0:1-Niederlage gegen Leipzig nur auf einer Position: Hofmann startete auf dem Flügel für Herrmann, Elvedi und Jantschke starteten wieder als Außenverteidiger, da Wendt weiterhin verletzt fehlt. Während Sippel erneut das Tor für den verletzten Sommer hütete, starteten Hazard und Stindl erneut im Angriff.

Stuttgart beherzt - Gladbach findet keine Räume

Der VfB Stuttgart begann forsch. Die Mannschaft von Tayfun Korkut lief bei Gladbacher Ballbesitz früh an und erarbeitete sich so zu Beginn Chancen: Nachdem Gentners Schuss aus gut 18 Metern das Tor noch knapp verfehlte (4.), war es wenig später Daniel Ginczek, der die Hausherren in Führung brachte: Gentner spielte den Ball auf Gomez, der auf seinen Sturmpartner weiterleitete. Ginczek nahm das Leder an und zog überlegt ins rechte Eck ab - 1:0 Stuttgart!

VfB Stuttgart v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

            Tor Nummer vier: Ginczek mit der wichtigen Führung für die Stuttgarter


​Gladbach geriet im fünften Rückrundenspiel zum vierten Mal in Rückstand und war über weite Strecken der ersten Halbzeit ideenlos. Der VfB präsentierte sich gut strukturiert und störte früh das Gladbacher Aufbauspiel. Doch auch wenn es etwas tiefer in die Hälfte der Schwaben ging, fanden die 'Fohlen' keine Gelegenheit, Stindl und Hazard in Szene zu setzen. Die Partie bot nicht viele Chancen, doch Stuttgart hatte zwei weitere Möglichkeiten: Zunächst hatte Thommy gut 25 Meter vor dem Tor zu viel Platz, verzog seinen Schuss jedoch um ein paar Meter, ehe Baumgartl nach einem Eckball das Spielgerät per Kopf über das Tor jagte (12., 34.).

Hecking nahm Änderungen vor und ließ beispielsweise Jantschke und Elvedi die Seiten tauschen, sodass der Schweizer über seine gewohnte rechte Abwehrseite agierte. Trotz 66 Prozent Ballbesitz hatte Gladbach bis zur 25. Minute keine Gelegenheit, doch dann fand Grifo die Lücke für Stindl, der jedoch entscheidend von Pavard gestört wurde und den Ball daher nur leicht berührte (25.). Eine Minute später setzte Zakaria Hofmann in Szene, dessen Schuss von Zieler nur nach vorne abgewehrt wurde. Hazard stürmte heran, traf den Ball allerdings überhaupt nicht, weshalb der Torhüter des VfB den Ball letzten Endes sicher abfangen konnte (26.).

Gegen Ende des ersten Durchganges investierte Gladbach mehr, doch Stuttgart konnte weiterhin dagegenhalten. Die Hausherren zeigten eine gute Grundordnung und einen hohen Einsatz, der die Gäste über weite Strecken etwas ratlos dastehen ließ. Insgesamt ging die Pausenführung für den VfB Stuttgart in Ordnung.

Gladbach mit mehr Zug - Stindl und Raffael mit Chancen

Hecking reagierte und brachte zu Wiederbeginn Raffael für Grifo, wodurch Hazard auf den linken Flügel rückte. Gladbach kam wach aus der Kabine - und hatte direkt zu Beginn zwei gute Chancen: Erst parierte Zieler einen Distanzschuss von Stindl etwas unsicher, ehe der Confed-Cup-Sieger kurz darauf von Hazard in Szene gesetzt wurde und mit seinem Abschluss im linken Strafraumeck lediglich das Außennetz traf (46., 47.). Gladbach erhöhte in der Folge das Tempo, doch der VfB reagierte gut und fand die Ordnung aus dem ersten Durchgang wieder.

Die Borussia verschob sich um einige Meter nach vorne und hatten dadurch mehr Spielanteile. Zudem machte Raffael das Offensivspiel variabler, weshalb die Offensive belebter wirkte. Es war folgerichtig der Brasilianer, der in der 63. Minute eine gute Gelegenheit hatte: Nach einem Eckball nahm Raffael den Ball an der Strafraumgrenze direkt. Der Schuss war gefährlich, doch Zieler parierte. Stuttgart verhalf sich immer wieder mit kleineren Fouls, hatte allerdings zunehmend Probleme damit, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien.

Korkut wechselte defensiv, brachte nach etwas mehr als einer Stunde Badstuber für Thommy und Mangala für Aogo. Der VfB zog sich mit der Umstellung auf die Fünferkette weiter zurück, wollte die Führung halten und zunehmend auf Konterchancen lauern. Der erste Schuss der zweiten Halbzeit ereignete sich in der 74. Minute, doch Sippel hatte mit dem schwachen Versuch von Gentner keine Probleme.

VfB Stuttgart v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

  Die mitgereisten Fans von Borussia Mönchengladbach sahen einen zähen Auftritt ihrer                                                                Mannschaft  

Hecking riskierte mehr und wechselte Bobadilla für Jonas Hofmann ein. Seit der Chance durch Raffael beherrschte die Borussia weiterhin das Kommando, kam jedoch nicht mehr zu Abschlüssen. In der 79. Minute hatte der ebenfalls eingewechselte Drmic eine Gelegenheit nach einem Freistoß, verpasste das Tor allerdings knapp. In den letzten Minuten fehlte den Gästen die Durchschlagskraft, Stuttgart stand äußerst kompakt und verschaffte sich durch lange Bälle immer wieder Luft und Zeit, sich neu zu sortieren. 

​Die Schwaben hatten in der 88. Minute noch einmal das 2:0 auf dem Fuß, doch Ascacibar verfehlte den Pfosten ebenfalls nur minimal. Die Borussia hingegen blieb weiter ungefährlich und kassierte bereits die vierte Niederlage im neuen Jahr. Durch die Niederlage liegt Gladbach mit 31 Zählern auf dem zehnten Tabellenplatz und droht, den Anschluss an die Europapokalplätze zu verlieren. Der VfB Stuttgart hingegen erkämpft sich wichtige drei Punkte im Abstiegskampf und liegt mit 24 Zählern auf Platz 14. Am kommenden Spieltag erwartet der FC Augsburg den VfB, während Borussia Mönchengladbach am Tag darauf auf Borussia Dortmund trifft.