Noch am Mittwochabend beim DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den VfL Wolfsburg war Leon Goretzka einer der schwächeren Akteure einer insgesamt durchwachsenen Begegnung. Es konnten durchaus leichte Zweifel aufkommen, ob Goretzka in der aktuellen Form zum einen die Qualität für den FC Bayern mitbringt, zum anderen aber auch einen momentanen Mehrwert für Schalke darstellt. In seinem neuen Wohnzimmer aber lieferte Goretzka ​am gestrigen Samstag eine starke Vorstellung – und er hat mit Schalke noch Großes vor. 


Im Interview mit der ARD Sportschau bedauerte Goretzka zunächst, dass man es trotz ansprechender Leistung nicht schaffte die Heimreise mit Zählbarem im Gepäck antreten zu dürfen. „Wahrscheinlich kann man mit einem Tag Abstand dann aber mit der Leistung zufrieden sein“, erklärte der 23-jährige weiter. Seiner Mannschaft attestierte Goretzka einen mutigen Auftritt beim Branchenprimus.

Dass der Auftritt bei seinem künftigen Arbeitgeber kein normaler war, gestand Goretzka offen. „Es war ein Stück weit ein spezielles Spiel für mich. Und trotzdem habe ich versucht, mich einfach aufs Fußballspielen zu konzentrieren.“ Spielerisch möchte Goretzka in den kommenden Wochen wieder an die Leistung vor seiner Verletzung anknüpfen, die ihn von Ende Oktober bis Mitte Januar hartnäckig verfolgte.

Mit Schalke möchte Goretzka das internationale Geschäft erreichen – und außerdem das DFB-Pokal-Endspiel in Berlin. Die Entscheidung, die Königsblauen nach der Saison zu verlassen und sich dem Rekordmeister anzuschließen, fühle sich „von Tag zu Tag richtiger an.“

Bei den Bayern wird Goretzka dann in große Konkurrenz treten. Aufgrund der Überbesetzung des Mittelfelds spielen die Münchner offenbar mit dem Gedanken, Arturo Vidal bei passendem Angebot abzugeben. Dieser lieferte gegen Schalke und seinen baldigen Teamkollegen Goretzka eine überzeugende Leistung. Mit 87 Prozent Passgenauigkeit, 85 Ballkontakten und drei Ballgewinnen zeigte Vidal einmal mehr, dass er auch mit 30 Jahren noch zu den besten seines Fachs gehört. Kampflos scheint sich der Chilene nicht aufs Abstellgleis schieben lassen zu wollen.