Hätte man Dortmunds Ex-Coach Jürgen Klopp nach dem Unterhaltungswert des ​2:0-Heimsiegs gegen den Hamburger SV gefragt, so hätte dieser vermutlich mit „nicht vergnügenssteuerpflichtig“ geantwortet. Und er hätte damit vielen Fans der Westfalen aus der Seele gesprochen. Die Begegnung gegen den Bundesliga-Dino offenbarte einmal mehr, dass der BVB dieser Tage offensiv zumeist harmlos daherkommt. 


Entscheidenden Anteil hieran hat auch Dortmunds Passmaschine Julian Weigl. Mit 51 erfolgreichen Pässen führte Weigl das mannschaftsinterne Ranking, klammert man das Innenverteidigungs-Duo Manuel Akanji und Ömer Toprak aus, erneut an. Und dennoch sorgt der ehemalige 60-er derzeit dafür, dass weder Tempo noch Tiefe in das Offensivspiel der Borussen kommt.

An guten Tagen unter Thomas Tuchel begeisterte Weigl mit seiner Übersicht und dem Vermögen, sich spielend leicht aus gegnerischen Drucksituationen zu befreien. Seine Passgenauigkeit, auch bei tiefen Zuspielen in des Gegners Hälfte, wurde zu seinem Markenzeichen. Weigl war der Shooting-Star in der Zentrale der Borussia. Geblieben ist hiervon aktuell nur wenig.


Zudem kommt, dass Weigl auch in seiner dritten BVB-Saison sämtliche, körperliche Präsenz auf der für das Dortmund-Spiel so elementaren Position vermissen lässt. Der gebürtige Bad Aiblinger galt noch nie als zweikampfharter Spieler, was so lange kein gravierendes Problem darstellte, weil Weigl dies mit gutem, offensivem Input ausgleichen konnte.

Nun aber ist der formschwache Weigl eher Ballast denn Mehrwert für den nach Antworten suchenden BVB. Stögers Dilemma: Auch die Alternative Nuri Sahin präsentierte sich, exemplarisch sei das 2:2 gegen den SC Freiburg genannt, alles andere als stark. Und Mo Dahoud gilt aufgrund seines teils gewagten Spiels als Risikofaktor.


Will der BVB die kommenden Wochen, die mit schweren Bundesligabegegnungen und dem Europa-League-Aufeinandertreffen mit Atalanta Bergamo durchaus anspruchsvoll sind, erfolgreich bestehen, braucht es offensive Lösungen – und einen Julian Weigl in Topform.