Unter Bernd Hollerbach scheint der Hamburger SV so langsam wieder in die Spur zu finden. In den vergangenen Wochen hatte sich die Mannschaft immer weiter von Ex-Trainer Markus Gisdol entfernt. Die Entfremdung ist auch den Worten von Kapitän Gotoku Sakai zu entnehmen, dem der neue Coach neues Selbstvertrauen einhauchte.


Zwei Punkte aus zwei Spielen (jeweils ein 1:1 in Leipzig und gegen Hannover) stehen für Bernd Hollerbach seit seinem Amtsantritt beim HSV zu Buche. Die Ausbeute ist sicherlich noch ausbaufähig, doch die Ergebnisse zeigen in die richtige Richtung.

Wichtiger als die Zahlen ist jedoch die Stimmung innerhalb der Mannschaft - und diese scheint sich unter dem früheren HSV-Kicker tatsächlich deutlich verbessert zu haben. Im Interview mit dem ​Hamburger Abendblatt lobte Gotoku Sakai vor allem die mentalen Qualitäten des neuen Übungsleiters: "Der Trainer hat mir wieder Selbstvertrauen gegeben, indem er mir ganz klar erklärt hat, was er von mir erwartet. Ich muss zwar mehr Verantwortung auf dem Platz übernehmen und die Jungs pushen, damit wir als Einheit auftreten, darf mich aber auch nicht verrückt machen, wenn es mal nicht so funktioniert, wie ich es mir vorstelle."


Sakai kritisiert Gisdols taktische Vorgaben


Zugleich ging der Kapitän mit den taktischen Vorgaben von Markus Gisdol hart ins Gericht, kritisierte das Pressing-System des Ex-Coaches: "Wir haben teilweise zu hektisch mit langen Bällen nach vorne agiert, selbst wenn es genug Anspielstationen für einen sicheren Pass gab. Das führte dann oftmals zum Ballverlust." 


Sakais klarer Appell, der kein gutes Licht auf Hollerbachs Vorgänger wirft: "Wenn du immer nur hinterherläufst, kostet das viel Kraft, macht keinen Spaß und spielt dem Gegner in die Karten. Wir müssen aber Freude auf dem Platz haben und aggressiv spielen."

Hamburger SV v 1. FC Koeln - Bundesliga

Zuletzt gab es einen Riss zwischen Mannschaft und Trainer.


Es ist nicht ganz von der Hand zu weisen, dass der HSV-Kapitän mit Gisdol auch noch eine persönliche Rechnung offen hatte. In der Winterpause hatte ​Sakai gefordert, in Zukunft nicht mehr flexibel, sondern fest auf der Außenbahn eingesetzt zu werden. Die Konsequenz: Zum Rückrundenstart verbannte Gisdol den Führungsspieler auf die Bank.