Am Donnerstagmittag war Robert Lewandowski Teilnehmer des Pressetalks beim FC Bayern. Vor den anwesenden Journalisten sprach der Angreifer des Rekordmeisters über seine persönlichen Ziele, die derzeitige Situation in der Bundesliga und die zuletzt aufkeimenden Gerüchte über einen möglichen Wechsel zu Real Madrid.

Nach dem Abgang von Pierre-Emerick Aubameyang, der mittlerweile für Arsenal London spielt, ist Robert Lewandowski nicht nur der wohl mit Abstand beste Stürmer der Bundesliga, sondern auch alleiniger Anwärter auf die diesjährige Torschützenkanone, die dem erfolgreichsten Torjäger der Spielzeit am Ende einer jeden Saison überreicht wird. Lewandowski wurde diese Ehre in der Bundesliga bereits vier Mal zuteil, verlor in der vergangenen Saison jedoch den Zweikampf gegen den Gabuner.

Doch auch ohne die Jagd nach der Kanone hat sich der 29-Jährige hohe Ziele gesetzt: "In diesem Moment ist es mein Ziel, am Ende mindestens 30 Tore zu haben." Wenn man sich verbessern wolle, müsse man sich nun einmal Ziele setzen. "Wenn du ein Ziel hast, dann bist du noch motivierter", lautet die Schlussfolgerung von Lewandowski. Allerdings stünden zunächst die Ziele der Mannschaft an oberster Stelle, ehe er an seine eigenen Leistungen denke: "Wahrscheinlich kann ich wieder die Drei vorne haben, aber schauen wir. Die Mannschaft ist die Nummer eins und danach kommt, was ich selbst erreichen kann." Bereits in der vergangenen Spielzeit erreichte er die Marke von 30 Toren und steht nach dem 21. Spieltag bei 18 Treffern. Es bleibt für Lewandowski also noch genügend Zeit, um seinen Bestwert zum dritten Mal in Folge zu erreichen.

In der Bundesliga wird er sich jedoch kaum Gedanken darüber machen, ob die erneut hoch gesteckten Ziele des FC Bayern in Gefahr geraten könnten. Die Münchner haben derzeit als Tabellenführer 18 Punkte Vorsprung auf die Verfolger, die Meisterschaft scheint nur noch reine Formsache. Lewandowski: "Wir kennen die Situation schon seit drei Jahren, dass wir schon im März einen recht großen Vorsprung haben. Aber es ist sehr wichtig, dass wir die Spannung halten - auch für die Champions League. Wir müssen in jedem Spiel 100 Prozent geben." Die Situation in der Bundesliga sei trotz der momentan entspannten Lage kaum berechenbar: "In Jeder Saison kann etwas anderes passieren. Wenn wir bis zum Ende kämpfen müssen, werden wir kämpfen. Wenn wir fünf Spiele vorher Deutscher Meister werden, sind wir fünf Spiele eher Meister."

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  Unter Heynckes (l.) erzielte Lewandowski (r.) zehn seiner aktuell 18 Ligatore


​​Dem kommenden Gegner zollte er jedenfalls Respekt. 
​Der FC Schalke 04 steht, genau wie die Münchner, im DFB-Pokal Halbfinale, liegt zudem in der Bundesliga nach einer guten Hinrunde auf dem fünften Platz und hat nur einen Punkt Rückstand auf Platz zwei. "Schalke ist in guter Form. Das wird kein einfaches Spiel für uns", so Lewandowski, der am Samstag im elften Heimspiel in Folge treffen könnte - und damit den Rekord seines Trainers, Jupp Heynckes, einstellen würde. "Ich habe schon davon gehört, dass ich zehn Spiele in Folge in der Allianz Arena getroffen habe. Ich hoffe, der Trainer wird nicht eifersüchtig, und ich kann wieder von Anfang an spielen und Tore schießen", sagte der Torjäger mit einem Lächeln.

​Zum 72-Jährigen habe er generell einen guten Draht: "
Ich spreche oft mit Jupp Heynckes, er kann mir immer helfen." Heynckes sei "ein super Trainer und ich freue mich, dass ich mit ihm zusammenarbeiten kann." ​Wie lange das jedoch der Fall sein wird, ist aktuell offen. Neben möglichen Spekulationen über eine mögliche Vertragsverlängerung von Heynckes um ein Jahr, kamen zuletzt erneut Gerüchte auf, dass Lewandowski möglicherweise im Sommer zu Real Madrid wechseln wird. 


Der Pole nahm die Berichterstattung jedoch gelassen entgegen: "Ich kenne die Situation wirklich sehr gut, weil ich solche Spekulationen jedes Jahr höre. Diese Gerüchte interessieren mich nicht. Da möchte ich auch nichts weiter zu sagen, weil es jedes Jahr dasselbe ist." Zudem wies er Gerüchte ab, dass sein Berater Gespräche mit den Verantwortlichen der 'Königlichen' geführt habe.

​​Genauso wenig wollte er über die Titelchancen in der Champions League sprechen: "Wir müssen zunächst Besiktas schlagen und müssen uns immer auf das nächste Spiel konzentrieren. Wenn wir dann weiter kommen sollten, können wir über alles weitere sprechen." 


Insgeheim dürfte der 29-Jährige jedoch weiterhin von seinem ersten Triumph in der Königsklasse freuen, nachdem er mit Borussia Dortmund im Finale gegen den FC Bayern im Jahr 2013 knapp scheiterte. Aktuell jedoch konzentriert er sich auf die Aufgaben in der Bundesliga und scheint Stand jetzt nicht vorzuhaben, München auch nur ansatzweise zu verlassen.