Nach dem 4:2-Erfolg über Werder Bremen steht Bayer Leverkusen erstmal seit 2009 wieder im Halbfinale des DFB-Pokals. Nach dem Einzug in die Runde der letzten Vier darf sich die Mannschaft von Heiko Herrlich berechtigte Chancen auf den Einzug ins Finale und möglicherweise sogar den zweiten Pokalsieg der Vereinsgeschichte machen. Im Interview mit RevierSport hob Rolfes die erfolgreiche Arbeit von Herrlich in Leverkusen hervor und zählt die 'Werkself' aktuell als größte Gefahr für die Münchner.

Von 2005 bis 2015 spielte Simon Rolfes für Bayer Leverkusen. Der mittlerweile 36-Jährige absolvierte insgesamt 377 Pflichtspiele für die 'Werkself' und führte die Mannschaft ab 2009 als Kapitän aufs Feld. Doch eigentlich stammt Rolfes aus der Nachwuchsabteilung von Werder Bremen, nachdem er im Sommer 1999 von TuS Recke in die U-19 Mannschaft des Bundesligisten gewechselt ist.

"Bremen war auch eine schöne Station. An Werder erinnert sich ja fast jeder Ex-Bremer gerne. Es ist einfach ein angenehmer, sympathischer Verein", so Rolfes im Interview mit RevierSport. Auf wessen Seite der ehemalige Mittelfeldspieler während des Pokalspiels war, beantwortete Rolfes allerdings eindeutig: "Die zehn Jahre in Leverkusen haben mich schon zu einem Bayer-Fan gemacht. Da gab es für mich am Dienstag keine zwei Fragen, welchem Klub ich die Daumen drücke." Alles in allem sei "die Konstellation Leverkusen gegen Bremen für mich immer eine besondere", doch besonders habe ihm das Ergebnis "letztendlich gefallen."

Bayer 04 Leverkusen v 1899 Hoffenheim - Bundesliga

             Im Mai 2015 absolvierte Simon Rolfes sein letztes Spiel für die 'Werkself'

​Rolfes zeigte sich von der Partie, in der erst in der Verlängerung ein Sieger gefunden werden konnte, begeistert: "
Es war wirklich ein tolles Fußballspiel. Es ging rauf und runter, spannender geht es kaum." Doch zusätzlich beeindrucke ihn auch die Art und Weise, wie Bayer unter Heiko Herrlich, der im vergangenen Sommer von Jahn Regensburg nach Leverkusen gewechselt ist, auftritt.


Dabei verglich er die aktuelle Leverkusener Mannschaft auch mit Borussia Dortmund: "Dortmund hat in seiner Glanzzeit einen temporeichen, attraktiven Fußball gespielt. Solch einen Stil präferierte auch Bayer schon vor Jahren. Aber in der letzten Zeit war das nicht mehr der Fall. Erst als im Sommer Heiko Herrlich das Traineramt übernahm, erinnert der Leverkusener Fußball wieder an die tollen Bayer-Zeiten. Dabei wurde Herrlich schon zu Saisonbeginn von einigen kritisch beäugt."

​Der 46-Jährige habe es "schnell geschafft, die Mannschaft in Form zu bringen. Es macht Spaß, den Leverkusenern zuzuschauen", befindet Rolfes. Der Doublesieger von 2004 machte noch einmal klar: "
Bayer spielt wieder einen sehr attraktiven Fußball. Das ist ein großer Verdienst von Trainer Heiko Herrlich."

Bislang steht neben Bayer Leverkusen nur Bayern München als einziger weiterer Halbfinalist fest. Der Tabellenführer der Bundesliga ist der Favorit auf den Titel, doch Rolfes will die Leverkusener noch nicht abschreiben: "
Ich denke, wenn jemand den Bayern gefährlich werden kann, dann ist es aktuell Bayer Leverkusen." Man müsse im Pokal ohnehin jeden Gegner bezwingen. "Auch die Bayern", so Rolfes, der Bayer für den Rest des Wettbewerbs nur das Beste wünscht. "Ich wünsche Bayer Leverkusen im Halbfinale ein Heimspiel und dann den Einzug ins Endspiel. Berlin ist wirklich eine Reise wert. Dieses Finale, in diesem tollen Wettbewerb, gehört zu den Höhepunkten. Der Titel ist drin!"