​Der seit November vereinslose Patrice Evra hat einen neuen Verein gefunden: Wie der englische Premier-League-Klub West Ham United offiziell mitteilte, unterschrieb der ehemalige französische Nationalspieler bei den "Hammers" einen Vertrag bis zum Saisonende. Der Außenverteidiger spielte zuletzt bei Olympique Marseille, wurde nach einem Karate-Kick gegen einen Fan der eigenen Mannschaft jedoch Ende letzten Jahres suspendiert.


Wie West Ham United auf seiner offiziellen Vereinswebseite mitteilte, unterschreibt Patrice Evra bei den Londonern einen Vertrag bis zum Saisonende im Sommer. Da der ehemalige Nationalspieler der "Equipe Tricolore" nach seinem Rauswurf bei Olympique Marseille aufgrund eines Karate-Kicks gegen einen Fan der eigenen Mannschaft zuletzt vereinslos war, müssen die "Hammers" keinerlei Ablöse für den Linksverteidiger zahlen. Evra bringt mit seinen mittlerweile 36 Jahren eine enorme Erfahrung mit und soll die Defensive der Mannschaft von Coach David Moyes verstärken, mit dem er bereits bei Rekordmeister Manchester United zusammenarbeitete. 

Obwohl das Transferfenster eigentlich seit Anfang Februar geschlossen ist, konnte der Transfer Evras zu West Ham realisiert werden. In der Premier League dürfen Klubs - anders als in der Bundesliga - auch nach dem Ende der Winter-Transferperiode noch vereinslose Spieler verpflichten, solange der aufnehmende Klub Anfang Februar noch keinen kompletten 25-Mann-Kader gemeldet hat oder der Spieler unter 21 Jahre alt ist. Der abstiegsbedrohte Klub aus der Hauptstadt hat bislang nur 20 Spieler gemeldet, sodass der Evra-Wechsel regelkonform über die Bühne gehen konnte. 


Trotz des großen Namens (Evra holte unter anderem einmal die Champions League, fünf Mal die englische Meisterschaft sowie drei Mal die italienische Meisterschaft mit Juventus Turin) widerspricht der Transfer jüngsten Aussagen von Vereinsboss David Sullivan. "Wir müssen auf das Alter der Spieler achten, die wir verpflichten. Wir werden im Januar zwei oder drei verpflichten müssen. Es werden keine alten Wandervögel sein, sondern junge Spieler. Sie werden nicht 32 sein", hatte dieser noch im Dezember gegenüber dem Guardian erklärt. Der ohnehin schon belasteten Beziehung zwischen Anhänger und Klubführung dürfte der Wechsel somit aller Voraussicht nach keinen Abbruch tun.