Am Freitag kommt es zum Rückspiel zwischen RB Leipzig und dem FC Augsburg. Nicht mit dabei: FCA-Präsident Klaus Hofmann. Der Unternehmer boykottiert die Partie zusammen mit 1.000 Augsburg-Ultras und spendet lieber Blut. Der Zwist zwischen Ralph Hasenhüttl und Daniel Baier ist für den RB-Coach derweil abgehakt.


Sportlich zählt der FC Augsburg in der aktuellen Bundesliga-Spielzeit zu den Überraschungsteams. Nach dem ​3:0 gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Sonntag liegt die Mannschaft von Manuel Baum auf Rang sieben nur noch zwei Punkte hinter einem Europapokal-Platz. Dennoch gehören die Augsburger in der öffentlichen Wahrnehmung eher zu den "grauen Mäusen" der Liga.


Am Freitag stehen die 'Fuggerstädter' allerdings im Fokus von ganz Fußball-Deutschland. Nicht nur, weil sie bei ​Vizemeister Leipzig den 22. Spieltag eröffnen (20.30 Uhr) und die Partie aus tabellarischer Sicht einiges an Spannung mit sich bringt. RB liegt auf Platz drei nur vier Zähler vor dem FCA.


Vielmehr sind es die Ereignisse aus der Vergangenheit zwischen den beiden Lagern, die große Brisanz bringen. Allen voran Augsburg-Präsident Klaus Hofmann lässt keine Gelegenheit aus, gegen den "Brause-Klub" zu sticheln. Einst sagte der Geschäftsführer eines Brandschutz-Unternehmens, er trinke nach jeder RB-Niederlage ein Bier, zuletzt monierte er, Leipzig hätte die Bundesliga-Lizenz nicht bekommen dürften. Beim ersten Auswärts-Auftritt der Augsburger in Leipzig in der vergangenen Saison soll sich Hofmann in seiner VIP-Loge dermaßen daneben benommen haben, dass er kurz vor dem Rausschmiss stand. 


"Wir mussten ihn fast aus der Loge entfernen, weil er permanent den Mittelfinger gezeigt hat“, erklärte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. "Als ein Spieler von uns auf dem Boden lag, ist er aufgesprungen und hat geschrien 'Jawoll, jetzt liegt er am Boden‘. Wir mussten sogar die Security holen“, so der 42-Jährige weiter.

Am Freitag wird es dazu wohl nicht kommen. Nach Informationen der Bild bleib Hofmann in Augsburg, um mit etwa 1.000 Ultras die Partie in Leipzig zu boykottieren. Stattdessen wollen sich die Anhänger in einer Kneipe am Stadion treffen und vor dem Spiel Blut spenden.


Aber nicht nur das Verhalten des Augsburger Präsidenten sorgte bei den jüngsten Aufeinandertreffen für Zündstoff. Im Hinspiel beim 1:0-Heimsieg der Augsburger ließ sich Kapitän Daniel Baier zu einer obszönen Geste gegen Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl hinreißen. Baier wollte sich nach dem Spiel beim Österreicher entschuldigen und reichte ihm die Hand. Dieser lehnte allerdings ab - es entstand eine große Diskussion über das Verhalten der beiden. 

In einem Interview mit der Sportbild vor dem Rückspiel betonte Hasenhüttl, es sei "nichts hängen geblieben“. Im Gegenteil: "Ich war sehr angetan von seiner aufrichtigen Entschuldigung. Im Nachhinein würde ich wohl auch nicht mehr so explosiv reagieren, wie ich es damals nach dem Spiel getan habe. Das war auch nicht richtig.“


Hofmann nicht vor Ort, die Akteure auf dem Rasen miteinander im Reinen - Leipzig gegen Augsburg könnte doch zu einem ganz normalen Bundesliga-Spiel mutieren.