Werder Bremen hadert nach dem Pokal-Aus in Leverkusen mit dem Videoschiedsrichter. Der griff bei einer elfmeterwürdigen Szene gegen Max Kruse nicht ein - es hätte das 3:0 für Werder bedeuten können. Bei der Rudelbildung in der Verlängerung beriet sich Schiedsrichter Marco Fritz dagegen lange, zückte dann aber nur zweimal Gelb für Bayer.


Das ​​DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Bayer Leverkusen und Werder Bremen hatte alles zu bieten, was ein echter Pokal-Krimi braucht: Viele Torchancen, intensive Zweikämpfe, die frühe 2:0-Führung der Gäste, die Leverkusen ausgleichen konnte und die Entscheidung in der Verlängerung. Bayer gewann am Ende mit 4:2.


Der Außenseiter aus Bremen lieferte im Bundesligaduell gegen den aktuellen Tabellenzweiten dennoch eine starke Partie ab. ​Vor allem in den ​Anfangsminuten hätte Werder das Spiel schon entscheiden können. Nach dem frühen 2:0 in der zehnten Minute hatten die Norddeutschen allerdings Pech mit einer Schiedsrichterentscheidung. Charles Aranguiz fuhr im eigenen Strafraum den Arm aus und traf dabei Max Kruse deutlich im Gesicht.


Schiedsrichter Marco Fritz ließ weiterlaufen und auch der Videoassistent griff nicht ein. Sehr zum Unverständnis der Werder-Verantwortlichen. "Die Enttäuschung sitzt brutal tief. Dass Max im Gesicht getroffen wird, konnte man direkt im Stadion sehen“, befand Manager Frank Baumann nach der Partie.

Im Feld-Interview nach dem Schlusspfiff wurde auch Werder-Coach Florian Kohfeld zu der Szene befragt. "Es ist so passiert und eine Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters, der es sonst gut gemacht hat", meinte Kohfeldt. Dennoch sei es ein elfmeterwürdiges Foul an Kruse gewesen, legte er sich fest. "Es gibt vergleichbare Situationen auf dem Platz, wo dann gepfiffen wird. Klar, es ist nicht so richtig böse, aber es ist einfach ein Foul. Dann gibt es Elfmeter und es steht vielleicht 3:0", haderte er, nahm Marco Fritz aber auch in Schutz: "Noch mal, es ist für den Schiedsrichter immer sehr schwer. Ich will da jetzt nicht zur großen Kritik ansetzten."


Die kam dann aber doch gegenüber dem Videoassistenten. "Ich rede nicht mehr so gerne über den Videoschiedsrichter. Gegen Hertha haben wir ein Tor nach einem Ellenbogenschlag aberkannt bekommen. Das war ok, eine Tatsachenentscheidung. Heute greift er da nicht ein. Das sind so Dinge, die passen nicht zusammen", befand Kohfeldt. 


Eggestein fordert Rot für Bailey


Bei der zweiten umstrittenen Szene griff der Videoassisten dagegen ein. Ende der ersten Halbzeit der Verlängerung kam es zwischen den Teams zur Rudelbildung. Marco Fritz beriet sich lange mit seinem Kollegen am Bildschirm, bevor er sich die Szene schließlich selbst am Monitor an der Seitenlinie ansah. Für Kohfeldt eher unnötig: "Dann sitzen wir hier alle wieder vier Minuten und gucken uns das an. Am Ende kommen zwei Gelbe Karten raus", sagte er süffisant. 

Bayer Leverkusen v Werder Bremen - DFB Cup

Leon Bailey (2.v.l.) stieß Werders Thomas Delaney mit ausgestrecktem Arm um. Für Maximilian Eggestein ein klarer Platzverweis.



Fritz verwarnte nach langem Überlegen zunächst Dominik Kohr und dann auch Leon Bailey. Kohr hatte die Keilerei mit einem Griff an den Hals von Maximilian Eggestein ausgelöst, Bailey kurz darauf Thomas Delaney umgestoßen. Es war die zweite Entscheidung, bei der sich die Bremer benachteiligt fühlten. Nach Befinden von Eggestein hätte Bayers Jamaikaner vom Platz fliegen müssen: "Das hätte ganz klar eine Rote Karte geben müssen für Bailey", so Werders-Mittelfeldspieler.

So blieb es beim Elf gegen Elf und Leverkusen konnte sechs Minuten später den vorentscheidenden Treffer zur 3:2-Führung erzielen. Den Freistoß zirkelte Leon Bailey in den Sechzehner der Bremer - der hätte nach Meinung von Eggestein aber gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen.