Im DFB-Pokal-Viertelfinale lieferten sich Leverkusen und Werder einen großen Fight. Bayer war beim 4:2 nach Verlängerung der glückliche Sieger - die Enttäuschung im Lager der Bremer groß. Der Blick ging dennoch schnell wieder in Richtung Bundesliga-Abstiegskampf. Am Sonntag wartet ein richtungsweisendes Duell mit dem VfL Wolfsburg.


​Es war ein echter Pokalfight am Dienstagabend in der BayArena. ​Im Bundesliga-Duell zwischen Bayer Leverkusen und Werder Bremen setzten sich die Hausherren am Ende mit 4:2 nach Verlängerung durch und zogen damit ins Halbfinale des DFB-Pokals ein.


Danach sah es in der Anfangsphase der Partie aber nicht aus: Werder ging durch einen Doppelschlag früh in Führung. Max Kruse erzielte mit einem sicher verwandelten Foulelfmeter (4. Minute) das 1:0, Aron Johannsson erhöhte sechs Minuten später auf 2:0. Weitere 120 Sekunden später hatte Bayer Glück: Kruse hätte nach einem Schlag von Charles Aranguiz den nächsten Strafstoß bekommen müssen, Schiedsrichter Marco Fritz ließ jedoch weiterlaufen.


So kam die 'Werkself' wieder ins Spiel und glich durch Julian Brandts erstem Profi-Doppelpack aus. In der Verlängerung hatte Leverkusen dann den längeren Atem und entschied den Pokal-Krimi für sich. Nach dem Spiel waren die Bremer natürlich sehr enttäuscht über das unglückliche Ausscheiden.


Enttäuschung zulassen - Blick auf Wolfsburg richten


"Es fühlt sich richtig bitter an. Und ich habe den Jungs auch gesagt: 'Diese Enttäuschung, die dürfen und müssen wir heute auch mal zulassen.' Aber ich kann der Mannschaft nur ein großes Lob für die Herangehensweise und die Leistung aussprechend", meinte Werder-Coach Florian Kohfeldt. 


"Wir haben uns gegen den Zweiten der Bundesliga viele Chancen erspielt und hätte es beim Stand von 2:0 entscheiden können. Da sind wir beispielsweise beim Schuss von Flo Kainz am überragenden Torwart gescheitert, haben es aber auch nicht geschafft, unsere Konter besser auszuspielen", haderte er, blickte aber kämpferisch auf die kommenden Aufgaben im Bundesliga-Abstiegskampf. "Heute ist ein Kapitel zu Ende gegangen, aber auf der Leistung können und werden wir aufbauen", befand Kohfeldt.

Manager Frank Baumann, der bei Werders letztem Pokalsieg 2009 noch auf dem Platz stand, haderte mit dem Ergebnis und trauerte vor allem den vielen vergebenen Chancen nach. "Die Mannschaft hat einen hohen Aufwand betrieben und eine gute Leistung gezeigt. Aber wir haben es dann nicht mehr geschafft, unsere Chancen besser zu nutzen", so der 42-Jährige. "Das Ausscheiden tut weh, das muss wehtun. Aber die Mannschaft hat schon oft gezeigt, dass sie gut mit Rückschlägen umgehen kann“, blickte Baumann, ähnlich wie sein Trainer, bereits wieder Richtung Bundesliga.

Am kommenden Sonntag trifft Werder auf den VfL Wolfsburg (18 Uhr) und kann mit einem Sieg bis auf einen Punkt an die 'Wölfe' heranrücken und den VfL so mit in den Abstiegskampf ziehen. Darauf richtete sich kurz nach dem Schlusspfiff der Blick von Kapitän Zlatko Junuzovic. "Wir werden am Sonntag da anknüpfen und dann bin ich guter Hoffnung, dass wir erfolgreich sein werden", sagte der Österreicher am Sky-Mikrofon. "Wir haben uns auch nach den Gegentoren nicht hängen lassen und immer dagegengehalten", sprach er der Mannschaft ein Kompliment aus, haderte aber dennoch ein wenig: "Wir sind natürlich traurig. Wir waren heute nah dran, leider hat es nicht ganz gereicht. Es hätte ein so schöner Abend werden können.“

"Wir wollten heute unbedingt weiterkommen und haben auch fest daran geglaubt. Das wird uns heute und morgen sicher auch noch mental beschäftigen, dann richten wir den Blick aber wieder nach vorne", war auch Maximilian Eggestein niedergeschlagen. "Spätestens ab Donnerstag" werde man aber den Fokus komplett auf das wichtige Heimspiel in Wolfsburg richten.