Schwieriger Stand für Nabil Bentaleb. Nach überstandener Schambeinentzündung kämpft der Mittelfeldmann um einen Platz in der Mannschaft. Der Konkurrenzkampf ist groß und so muss er jede Gelegenheit nutzen, um sich zu empfehlen. Doch haben die 45 Minuten gegen Stuttgart dafür ausgereicht?


Seit dem Sommer steht Bentaleb fest bei Schalke 04 unter Vertrag. Die Knappen hatten ihn nach einjähriger Leihe für 19 Millionen von seinem Jugendklub Tottenham Hotspur abgekauft. Unter anderem, weil der Trainer dort keine Zukunft mehr für ihn gesehen hat.


​Nachdem es zunächst gut für den 23-Jährigen lief, versetzte ihm eine Schambeinentzündung einen Rückschlag. Die im ​Interview mit Schalke04.de selbst als "frustrierend" beschriebene Zeit, sollte mit dem neuen Jahr passé sein. Das wiedererlangte Fitnesslevel und sehr gute Trainingsleistungen brachten ihn zurück aufs Feld und am Samstag gegen Stuttgart sogar zurück in die Startelf.


Nun hätte man meinen können, er hätte es geschafft. Nach monatelanger Pause hatte sich der Mittelfeldmann wieder in die Mannschaft zurückgekämpft. Doch wie es scheint, reichen die von ihm selbst ausgerufenen 200 Prozent Fitness noch nicht für 200 Prozent Leistungsfähigkeit auf dem Platz. So brachte sein lang ersehntes Startelf-Debüt wenig Ertrag - weder für ihn, noch für die Mannschaft.

 Sein Auftritt war unauffällig, Bentaleb strahlte wenig Selbstbewusstsein aus und von kreativen Ideen im Spiel nach vorne war wenig zu sehen. ​Der 23-Jährige, der sonst für sein risikoreiches Offensivspiel bekannt ist, traute sich in seinem ersten Spiel von Beginn an nur wenig zu. 

​Verständlich ist es allemal, nach langer Verletzung zunächst einmal über die einfachen Dinge wieder zu alter Stärke zurückfinden zu wollen. 


​Doch um sich wieder dauerhaft zu empfehlen, bleibt ihm wenig Zeit. Der Konkurrenzkampf auf Schalke ist groß, auch weil mit Pjaca und Teuchert zwei neue Offensivspieler in den Kader des FC Schalke 04 gerückt sind.


Im erwähnten Interview mit Schalke04.de sah Bentaleb dies noch als etwas Positives, da so keiner einen Gang zurückschalten könne. Um auf Höchstleistung zu kommen, brauchen aber selbst die größten Spieler Zeit. Zeit, die im Profigeschäft nur selten da ist.


​So ging Bentaleb im Spiel am Samstag erst unter und dann vom Platz.

Dass der Schalker Trainer das Spiel ab der 46. Minute, also nach Bentalebs Auswechslung und Goretzkas Einwechslung, als besser einschätzte, zeigt, auf wen der Trainer bei Möglichkeit eher zurückgreifen würde.


​So muss sich Bentaleb nun wieder über das Training zeigen. Dies wird jedoch in nächster Zukunft schwierig, denn die englischen Wochen stehen bevor. So ist es wahrscheinlicher, dass er am Mittwoch im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den VfL Wolfsburg zunächst einmal wieder von der Bank aus zugucken muss. Denn selbst Goretzkas 90 Prozent sind momentan noch besser als Bentalebs 200.