Man dürfte meinen, Borussia Dortmund stehe nach den millionenschweren Verkäufen von Ousmane Dembélé und jüngst Pierre-Emerick Aubameyang Unsummen für neue Superstars zur Verfügung. Doch mitnichten: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke lässt den großen Coup im Sommer wohl aus – und will lieber Feinjustierungen am vorhandenen Kader vornehmen.


Für den Verkauf von Ousmane Dembélé kassierte der BVB fixe 105 Millionen Euro, der vor Kurzem über die Bühne gegangenen Transfer von Pierre-Emerick Aubameyang ​spülte immerhin 63,75 Millionen in die Dortmunder Vereinskasse. Zeit, um sich im kommenden Sommer mit neuen Superstars einzudecken? „Schön wär‘s“, entgegnet Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem kicker.


In den vergangenen fünf Jahren nahm der BVB stolze 444,20 Millionen Euro an dem Verkauf seiner Spieler ein. Doch auch in Zukunft wird der Bundesligist keinen Mega-Transfer tätigen. Es sollen nach wie vor keine höheren Investitionen als André Schürrle auf der BVB-Liste stehen. Der Nationalspieler kam für 30 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg in die Bierbrauerstadt.

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Der Abgang von Pierre-Emerick Aubameyang brachte dem BVB 63,75 Mio. Euro


Dies liegt vor allen Dingen an der gerade noch abgewendeten Insolvenz im Jahr 2005. Watzke war es damals, der die Dortmunder konsolidierte und wieder auf finanziell gesunde Beine gestellt hatte. „Für eine Schuldenpolitik stehe ich nicht zur Verfügung“, sagt der Manager, „damit werde ich jetzt nicht mehr anfangen. Ich habe zwei Jahre unter Gläubigerverwaltung gearbeitet. Das muss ich nicht noch einmal erleben.“


Bevor der BVB ins obere Regal greift, steckt er lieber Geld in den eigenen Kader. Die inzwischen auf 140 Millionen Euro gestiegenen Personalkosten müssen ohnehin finanziert werden. Das habe bisher immer gut funktioniert, meint Watzke, fügt aber an: „Bis auf dieses Jahr.“ Trotz alledem soll der Weg weiterhin mit jungen Talenten gegangen werden. Und 100 Millionen Euro für einen neuen Spieler könne man „nicht zahlen“, sagt Watzke.


Justierungen des Kaders


Umwälzungen wird es im kommenden Sommer vor allem innerhalb des vorhandenen Kaders geben, kündigt Watzke in der FAZ an. Demnach war die Mannschaft, die 2011 und 2012 den Titel gewonnen hat „fußballerisch definitiv nicht so gut wie die heutige Mannschaft“. Damals aber war die beste Mentalität vorhanden, die man sich vorstellen könne. „Das ist der nächste Punkt, den wir angehen müssen: Wir benötigen im Sommer eine Kader-Justierung, je nach Verlauf der Rückrunde auch eine deutlichere.“