Als sich Bayer Leverkusen im März 2017 mit einem 0:0 bei Atlético Madrid im Achtelfinale aus der Champions League verabschiedete (das Hinspiel endete 2:4 aus Bayer-Sicht), konnte man mutmaßen, dass dies ein Abschied für längere Zeit werden würde. In der Liga taumelte die Mannschaft vom damaligen Trainer Tayfun Korkut vor sich hin – und Leistungsträger wie Chicharito sprachen längst offen über ihre Wechselwünsche. 


Nun, kein ganzes Jahr später, ist die Werkself neu erstarkt. Und rund um die Bay-Arena wird entsprechend von einer Rückkehr in Europas Königsklasse geträumt. Doch die tolle Entwicklung der Mannschaft wird in Leverkusen mit gesunder Demut hingenommen. So äußerte Manager Jonas Boldt im Doppelpass, dass das viele Lob auf die Bayer-Elf zwar schmeicheln würde, man die sportliche Situation aber vernünftig und seriös bewerten könne.

Boldt warnt zudem, sich von den vielen positiven Stimmen „einlullen“ zu lassen: „Aber es ist die größte Gefahr, dass man sich darauf ausruht. Wenn man sieht, wie eng es in der Bundesliga ist, darf man sich kein bisschen ausruhen."

Für eine zumindest kleine Kampfansage war der 36-Jährige dann aber doch zu haben. Selbstbewusst erklärte er, dass es das vereinsinterne Ziel sei „unter die ersten Vier zu kommen.“ Dies habe ungeachtet der vergleichsweise bescheidenen finanziellen Möglichkeiten nichts mit „Bescheidenheit zu tun, sondern mit der Realität.“


Mit ​Ausnahme der 1:3-Niederlage gegen den Branchenprimus aus München hat Bayer seit dem Gastspiel im September bei der Berliner Hertha keine Niederlage einstecken müssen. Zudem ist die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich auch im DFB-Pokal noch vertreten. Hier erwartet man am Dienstagabend Werder Bremen.