Als Renato Sanches im Sommer 2016 nach München wechselte, galt der frisch gebackene portugiesische Europameister als eines der verheißungsvollsten Talente Europas. Nun, knapp anderthalb Jahre später, ist der 20-Jährige auf dem harten Boden der Realität angekommen: In Wales muss Sanches um jede Einsatzminute kämpfen. Wohl auch, weil er sein unbekümmertes und befreites Spiel längst ad acta gelegt hat. 


Und genau hierin liegt laut Swanseas Ex-Coach Paul Clement der sprichwörtliche Hund auch begraben. Clement beschreibt Sanches im Times-Interview (via Goal) als einen Spieler, der zu Beginn seiner Swansea-Zeit „das Gewicht der Welt auf seinen Schultern trug.“ Der 46-Jährige weiter: „Als er hier ankam war er noch zerstörter, als ich dachte. Es war wirklich traurig.“

In Drucksituationen sei Sanches zunehmend überfordert gewesen: „Er traf in Spielen die falschen Entscheidungen. Er schoss aus 40 Metern und aus spitzem Winkel und er machte diese Fehler immer wieder.“

Offenbar wollte sein ehemaliger Schützling schlicht zu viel. Sanches wollte sich beweisen. Auch, weil er nach dem missglückten Gastspiel in München seinen angeknacksten Ruf schnellstmöglich wieder aufbauen wollte – und das eigentlich nicht beim vergleichsweise „grauen Mäuschen“ aus Swansea. Clement weiter: „Er war da nicht so begeistert. Er dachte, er wechselt zu Manchester United, Chelsea oder Paris Saint-Germain. Bayern aber sagte ihm: 'Dahin gehst Du nicht. Da wäre es dieselbe Situation und du kämst nicht zum Einsatz.'"

In bislang zwölf Premier-League-Begegnungen konnte Sanches noch keine Torbeteiligung für sich beanspruchen. Zuletzt fehlte er seiner Mannschaft aufgrund einer unbekannten Verletzung viermal in Folge. ​Ob Sanches jemals nach München zurückkehrt, erscheint fraglicher denn je.