Die letzen Monate bei Borussia Dortmund waren alles andere als leicht für Andre Schürrle. Fans und Medienvertreter sahen die Entwicklung des Angreifers sehr kritisch. Durch die Verpflichtung von ​Michy Batshuayi durfte der Deutsche wieder auf seiner angestammten Postion ran und überzeugte. Eine Spitze gegen seine Kritiker konnte sich der Weltmeister nach dem Spiel nicht verkneifen.


Bei dem knappen ​3:2-Auswärtssieg von Borussia Dormund konnte Neuzugang Batshuayi seiner Mannschaft sofort helfen. Derjenige, der am meisten von dem 24-jährigen Mittelstürmer profitierte, war Andre Schürrle. Der 57-fache deutsche Nationalspieler war vor der Verpflichtung des Belgiers zuletzt selbst im Sturmzentrum aufgestellt worden und konnte dort nicht überzeugen.

Dabei war den meisten Beobachtern schon im Vorhinein klar, dass der 27-Jährige nicht für die Postion des alleinigen Stoßstürmers geeignet ist. Schürrle ist ein Spieler, der Platz vor sich braucht, um seine große Dynamik auf den Rasen zu bringen. Beim Spiel gegen den 'Effzeh' durfte der gebürtige Ludwigshafener zum ersten Mal seit dem 15. Spieltag wieder auf seiner angestammten Postion im linken Mittelfeld auflaufen und sprühte vor Einsatzfreude.


Der ehemalige Chelsea-Spieler ist ein sensibler Profi, für den es wichtig ist, von seinem Trainer vollstes Vertrauen entgegengebracht zu bekommen. Zu Beginn der Hinrunde fiel der Offensivmann verletzungsbedingt für zwei Spiele aus. Mittlerweile hat er wieder genug Luft für 90 Minuten. 

Im Gespräch mit bundesliga.com zeigte sich der Nationalspieler nach der Partie sichtlich gelöst und nahm auch zu der zuletzt deutlichen Kritik an seiner Spielweise Stellung: "Ich lobe mich selten selbst, aber das war wirklich ein gutes Spiel. Ich fühle mich in einer guten Form. Ich muss es jetzt noch mal sagen: Ich war im letzten Jahr sechs Monate verletzt. Und auch wenn es keiner wahrhaben will, das dauert dann einfach seine Zeit. Ich hatte wenig Vertrauen in der Hinrunde, wenig Rhythmus, keine Spielzeit – und dann kann man auch wenig machen."


Durch seinen Treffer zum 3:2, nach Vorlage seines kongenialen Partners Batshuayi, wurde der Linksaußen des BVB am Ende der Matchwinner. Dabei kam ihm sein gesteigertes Selbstbewusstsein zu Gute. Nach eigener Aussage hätte er den Ball vor wenigen Monaten "wohl noch einmal quer gespielt", beim Spiel am Freitagabend traute er sich den Abschluss jedoch wieder zu und war erfolgreich.

Schürrle braucht Mitspieler, mit denen er einen schnellen Doppelpass spielen kann und mit dem Neuzugang vom FC Chelsea scheint er den richtigen Partner gefunden zu haben. Nach der Partie lobte er den die Spielweise des Mittelstürmers, der durch seinen großen Aktionsradius mehr Freiraum für die Außenbahnspieler ermöglichte.


Am kommenden Samstag gilt es für den Offensivspieler, die gute Leistung vom Freitag zu bestätigen und weiter Selbstvertrauen zu tanken. So könnte die Zeit bei den Schwarz-Gelben am Ende doch ein Erfolg werden.