Beim Terroranschlag von Dortmund brach sich Marc Bartra den Arm. Ein Motorradpolizist erlitt ein Knalltrauma. Täter Sergej W. hat seine Tat vor dem Dortmunder Landesgericht längst eingeräumt. Mit einem sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich will er eine Zahlung an die beiden Verletzten leisten und so seine Reue zeigen. Dabei hofft er wohl auf eine mildere Strafe.


Fast ein Jahr ist es nun her, als das Team von Borussia Dortmund vor dem Champions-League-Spiel gegen AS Monaco am elften April 2017 Opfer eines Terroranschlags wurden. BVB-Verteidiger Marc Bartra wurde dabei verletzt und erlitt einen offenen Armbruch. Täter Sergej W. wollte offenbar einen Absturz der BVB-Aktie erzwingen und so schnell Kasse machen.


Vor dem Dortmunder Landesgericht muss er sich nun verantworten, hat die Tat längst eingeräumt. Mit einem sogenannten Täter-Opfer-Ausgleich will Sergej W. nun Reue zeigen - und seine Strafe mildern. "Die Eltern des Angeklagten haben die Bereitschaft gezeigt, irgendwie ihr Erspartes zusammenkratzen. Das kann natürlich nur ein Symbol sein. Es geht um eine mildere Strafe und ein Zeichen der Reue und ein spürbares Schuldeingeständnis", bestätigte Verteidiger Carl W. Heydenreich nach einem weiteren Tag des Prozesses vor der Schwurgerichtskammer.

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Sergej W. hat die Tat vor dem Dortmunder Landgericht eingeräumt und will nun mit einem Täter-Opfer-Ausgleich seine Reue zeigen.



Dr. Thomas Jungkamp, Sprecher beim Landgericht Dortmund, sagte dazu: "Allgemein sieht das Strafgesetzbuch vor, dass ein Täter-Opfer-Ausgleich sich im Rahmen der Strafzumessung, strafmildernd auswirken kann. Dies hängt jeweils vom Einzelfall ab.“


Eine Zahlung an Bartra und dem ebenfalls verletzten Motoradpolizisten (Knalltrauma) soll als symbolisches Eingeständnis dienen. "Ich wollte nur einen schwerwiegenden Anschlag vorbereiten. Ich habe die Sprengsätze extra so angebracht, dass keine Personenschäden zu erwarten waren“, bekräftigte der Täter, dass er niemanden habe töten wollen. 


Ein Sprengstoffexperte des Bundeskriminalamts widersprach den Beteuerungen von Sergej W. allerdings. Die in den Sprengsätzen eingegossenen Metalstifte bezeichnete er in seiner Zeugenaussage als "letale Geschosse" mit potenziell tödlicher Wirkung. Dass von den 90 Metalstiften nur sechs den Bus tatsächlich trafen, sei "schon ein durchschnittliches Trefferbild", so der Zeuge. 


Bartra zurück in der Heimat


Neben dem sportlichen Aspekt war der Terroranschlag wohl mit ein Grund, warum der Publikumsliebling den BVB nach nur 18 Monaten wieder verlassen hat. Dortmund ließ den spanischen Innenverteidiger für 10,5 Millionen Euro zurück in dessen Heimat zu Betis Sevilla ziehen. 


"Marc Bartra ist ein wundervoller Mensch und ein toller Fußballer, der unsere BVB-Herzen sofort für sich gewonnen hat. Leider ist ihm in Dortmund durch den feigen Anschlag auf noch immer unfassbare Weise Schreckliches widerfahren. Vor diesem Hintergrund respektieren wir Marcs Wunsch, in sein Heimatland zurückzukehren und alles hinter sich zu lassen", erklärte Hans-Joachim Watzke. Der BVB sei Betis bei der ​Ablöseforderung deshalb auch "ehrheblich entgegengekommen".

​Bartra selbst verabschiedete sich emotional"Ich kann die Momente und Gefühle, die ich in den letzten anderthalb Jahren hatte, kaum in Worte fassen. Ich hätte es nie für möglich gehalten, so viel Liebe und Unterstützung von einer der besten Fußball-Familien der Welt zu erhalten. Ihr seid ein Vorbild für alle!"