Der FC Chelsea rangiert nach der 0:3-Niederlage gegen Bournemouth nur noch auf Platz vier in der Premier League. Die Situation beim Vorjahresmeister ist weiterhin angespannt,und Trainer Antonio Conte wird immer wieder mit einer vorzeitigen Entlassung in Verbindung gebracht. Vor dem Spiel gegen den FC Watford gab sich der Italiener jedoch kämpferisch und war bemüht, neben seiner persönlichen Situation auch über das Spielermaterial für die kommende Aufgabe zu sprechen.

50 Punkte, 18 Zähler Rückstand auf Tabellenführer Manchester City, Tabellenplatz vier - es brodelt beim FC Chelsea. Zwar war die Mannschaft von Antonio Conte in der Premier League seit dem 9. Dezember ungeschlagen, doch wettbewerbsübergreifend leisteten sich die 'Blues' immer wieder einige Patzer. Im FA-Cup musste man beispielsweise zum Nachholspiel gegen Norwich City antreten, das man nach einem 0:0 im Hinspiel erst mit 5:3 nach Elfmeterschießen an der Stamford Bridge besiegen konnte. Im Carabao-Cup-Halbfinale schied man aus, nachdem man gegen Arsenal London zunächst nicht über ein torloses Remis hinauskam und das Rückspiel mit 1:2 verlor.

​In 18 Tagen trifft der FC Chelsea im Champions-League-Achtelfinale auf den FC Barcelona, zuvor stehen die Aufgaben Watford und West Bromwich Albion an. Es scheint, als sei Conte zum Siegen verdammt. Doch insgesamt der 48-Jährige bewahrt weiter die Ruhe: "Vom Saisonbeginn an gab es viele Spekulationen und Gerüchte um mich", wird Conte in einem Bericht des ​​Evening Standard zitiert. Ein Verbleib steht für ihn außer Frage: "Alles, was ich Ihnen sagen kann ist, dass ich bei Chelsea noch immer 18 Monate Vertrag habe und es mein Wunsch ist, hier zu bleiben und meine Arbeit fortzuführen."

Conte habe vor allem "Vertrauen" in sich selbst. "Das ist der einzige Weg der mich zu einem der besten Trainer gemacht hat. Ich habe kein Vertrauen in irgendwas, nur in meine Arbeit", führte er fort. In dieser Saison werde vor allem um seine Person viel Druck erzeugt, doch er wisse nicht, wieso. Der ehemalige Erfolgstrainer von Juventus Turin rang um einen Erklärungsansatz: "Vielleicht, weil dies hier Chelsea ist. Das ist die einzige Antwort, die ich habe." Der Druck sei zugleich "normal. In der Vergangenheit war Druck für mich essenziell. Wenn ich keinen Druck verspüre, mag ich es nicht", sagte der 48-Jährige.


​"Ich mag diese Situation. Wenn ich bemerke, dass kein Druck herrscht, ist das weder für mich noch für die Spieler gut. Wenn die Situation zu ruhig ist, läufst du in Gefahr dich zu entspannen und die Wut, das Feuer zu verlieren. Ich mag es, mit Druck zu leben", fügte Conte hinzu.


​Morata und Christensen verletzt - Neuzugänge noch nicht fit

Druck hat Conte auf jeden Fall - genau wie einige Verletzungsprobleme innerhalb der Mannschaft: Stürmer Alvaro Morata wird beispielsweise gegen Watford fehlen. Der 62-Millionen-Euro-Neuzugang von Real Madrid fehlte bereits gegen Bournemouth und fällt aufgrund von Problemen am Rücken aus. "Er verpasst viele Spiele. Diese Situation ist weder für ihn noch für mich oder das Team gut", sagte Conte, der jedoch darauf hofft, dass man "das Problem in Zukunft lösen" und der Angreifer bald zurückkehren könne.

Allerdings wird der FC Chelsea auch auf Andreas Christensen verzichten müssen. Der Innenverteidiger musste am vergangenen Spieltag bereits nach 28 Minuten verletzt ausgewechselt werden, ein Einsatz gegen Watford käme zu früh: "Der erste Test nach der Verletzung ist positiv, aber wir müssen warten", so das Fazit des Trainers, der des Weiteren noch auf die beiden Neuzugänge Emerson Palmieri und Olivier Giroud verzichten muss.

Besonders beim Linksverteidiger, der für 20 Millionen Euro vom AS Rom an die Stamford Bridge wechselte, müsse man geduldig sein: "Wir reden über einen Spieler, der gerade von einer Verletzung zurückgekehrt ist und nur ein Spiel im italienischen Pokal gemacht hat", mahnte Conte. Der 23-jährige Brasilianer zog sich nach der vergangenen Saison einen Kreuzbandriss zu und brachte es seit November auf einen Kurzeinsatz in der Serie A, sowie zu dem von Conte angesprochenen Einsatz über 90 Minuten im Pokal gegen Lazio Rom (1:2).

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  Auf ihr Debüt für den FC Chelsea müssen Olivier Giroud und Emerson (v.l.) noch warten             


Olivier Giroud, der als Ersatz für den abgewanderten Michy Batshuayi zum FC Chelsea wechselte, sei auch noch nicht bei 100 Prozent: "Olivier fehlte über 50 Tage aufgrund einer muskulären Verletzung, ehe er für Arsenal gegen Swansea spielte. Wir müssen die Spieler in ihre physische Bestform bringen und sie dann in unseren Spielstil integrieren", gab sich Conte geduldig. Vor allem bei Giroud müsse man den Fitnesszustand abwarten, ehe ein Einsatz gegen Watford infrage käme.