Matthias Sammer analysiert knallhart die Lage bei seinem Ex-Klub Borussia Dortmund. Den BVB sieht er nicht mehr als Bayern-Jäger. Man müsse sich aktuell auf Rang vier konzentrieren, denn "die Realität von Borussia Dortmund ist nicht mehr Aubameyang oder Dembélé" sondern "Isak, Sancho und Pulisic". Im Sommer brauche es einen personellen Umbruch, der den Leuten vermittelt werden müsse.


Als Spieler wurde Matthias Sammer im Trikot des BVB zweimal deutscher Meister und gewann 1997 die Champions League. Zwischen 2000 und 2004 stand Europas Fußballer des Jahres von 1996 vier Jahre an der Seitenlinie der Borussen, holte 2002 die Meisterschaft auch als Trainer mit dem BVB.


Später wechselte der 50-Jährige auf die Funktionärs-Seite beim DFB und bei Bayern München. Mittlerweile ist Sammer Experte bei ​Eurosport. Vor dem Auftakt zum 21. Spieltag am Freitagabend zwischen dem 1. FC Köln und Dortmund (20.30 Uhr, live im Free-TV) ging Sammer auf die aktuelle Situation bei seinem Ex-Klub ein.

"Ich glaube, genau das muss man inhaltlich herausarbeiten. Dass der BVB aktuell kein Bayern-Jäger ist, sondern die Jagd auf Platz vier - und das will aktuell auch keiner hören - realistischer ist", sagte Sammer in gewohnter Deutlichkeit. Man müsse den Leuten vermitteln, dass ein Umbruch stattfinden muss, denn "die Realität von Borussia Dortmund ist nicht mehr Aubameyang oder Dembélé. Und aktuell auch nicht Marco (Reus, Anm.d.Red.), weil er verletzt ist. Die Realität ist Isak, Sancho und Pulisic, wie zuletzt in Berlin, die ein gefühltes Durchschnittsalter von 18 haben“, meinte Sammer weiter.


Die künftige Ausrichtung gehe einher mit dem Mann an der Seitenlinie. "Dabei ist der Trainer immer der Schlüssel", so Sammer zur geforderten Neu-Ausrichtung. Um der Mannschaft wieder ein stabiles Gesicht zu geben, müsse man im Sommer "​vom Personal struktureller und persönlichkeitsrelevanter was Führungs- und Leader-Verhalten betrifft für die Zukunft denken", befand er. "Da sind schon ein paar Spieler zuletzt verloren gegangen, wie z.B. auch Mats Hummels, die dem BVB wehgetan haben.“

 

Mit der erfolgreichen Jagd auf Rang vier und damit ein Platz in der Champions League, ließe sich dieser Umbruch von den Dortmunder Verantwortlichen mit Sicherheit leichter gestalten. Denn auch Sammer weiß, Spieler wie Hummels "wachsen nicht auf den Bäumen". Derzeit liegt der BVB nur auf Platz sechs. ​Ein Sieg in Köln wäre nach drei Punkteteilungen in Serie überlebenswichtig, um den Anschluss an die vorderen Plätze zu wahren.