Trainerwechsel, Tabellenplatz 17 und keine Neuzugänge im Winter: Im Umfeld des Hamburger SV soll es einige Personen geben, die Jens Todt und Heribert Bruchhagen die verpassten Transfers aufgrund der angespannten sportlichen Situation übel nehmen und sogar einen Putsch-Versuch starteten.


Nach Informationen des Abendblatt steckt Aufsichtsrat Felix Goedhart hinter dem Versuch, Bruchhagen und Todt von ihren Ämtern zu stürzen. Innerhalb weniger Tage habe Goedhart mindestens zwei streng vertrauliche E-Mails an die Mitglieder des Aufsichtsrates verschickt, der diese drastische Maßnahme forderte. Eine Nachfolge-Lösung hatte der Wirtschaftsmanager gleich parat: Felix Magath sollte als alleiniger Herrscher beide Ämter übernehmen. Alternativ sollte Finanzvorstand Frank Wettstein als neuer HSV-Chef übernehmen und Bernhard Peters als neuer Sportchef.

Borussia Dortmund v Hamburger SV - Bundesliga

Getrübte Gesichter: HSV-Chef Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt


Fakt ist, dass Klaus-Michael Kühne ein großer Befürworter von Felix Magath ist. Gerüchte kursieren seit Wochen, wonach Magath und Kühne über eine gemeinsame HSV-Zukunft diskutieren. Der Investor bestritt allerdings gegenüber dem Abendblatt vehement, dass er der Drahtzieher der Putschpläne sei.


Für den Aufsichtsratschef Andreas Peters kommen die Diskussionen um Jens Todt und Heribert Bruchhagen alles andere als gelegen: "Wir halten es im Aufsichtsrat normalerweise so, dass wir intern sprechen und uns vertraulich zu allen Themen austauschen. Ich bin sehr enttäuscht, dass nun kurz vor dem Bundesligaspiel gegen Hannover klubschädigende Unruhe geschürt wird. Wir werden das in angemessener Form intern aufarbeiten. Mehr gibt es zu den Gerüchten und Spekulationen nicht zu sagen.“


Die Kritik lässt den Sportchef kalt


Auf Jens Todt könnten harte Zeiten zukommen. Sowohl die Fans als auch Teile des Aufsichtsrats sind nicht damit einverstanden, dass der HSV in der Winterpause nicht auf dem Transfermarkt tätig wurde. Laut eines MOPO-Berichtes hat der Sportchef seinen Kredit verspielt, der eine oder andere soll sogar seine sofortige Entlassung fordern.

Für Todt kam dieser Gegenwind nicht überraschend, wie er am Donnerstag erklärte: "Dass es in unserer sportlichen Situation Kritik gibt, ist normal." Diese Gelassenheit kann sich der Sportchef durchaus erlauben, schließlich kann nur der Vorstand um Klub-Boss Heribert Bruchhagen und Frank Wettstein darüber entscheiden, das Arbeitsverhältnis mit dem angezählten 48-Jährigen zu beenden.


„Ich äußere mich nicht zu Aufsichtsratsthemen. Wir konzentrieren uns nur auf den Fußball", lautet Todts Reaktion auf die Unruhe. Letztendlich waren ihm auch die Hände gebunden, weil die finanzielle Situation der sportlichen bekanntlich in nichts nachsteht.