In Erwartung der Veröffentlichung eines weiteren Neuzugangs aktualisierten viele Anhänger des VfB Stuttgart gestern im Minutentakt die Vereinsseite der Schwaben. Am Ende tat sich beim Aufsteiger am letzten Tag der Transferperiode überhaupt nichts. Sportvorstand Michael Reschke erklärte am Abend​, warum man nicht noch einmal aktiv wurde.


Bei der Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung des neuen Trainers Tayfun Korkut am Montag, hatte ​Michael Reschke noch angedeutet, über weitere Neuzugänge nachzudenken und darauf verwiesen, dass man noch bis Mittwochabend Zeit habe.


Nach dem Ende der Transferperiode kann man nun attestieren, dass die Stuttgarter sich auf dem Papier im Winter nicht zwingend verstärkt haben. Mit Josip Brekalo, Simon Terodde, Ailton und Anto Grgic haben die abstiegsbedrohten Schwaben vier Spieler abgegeben. Neben Mario Gomez hat man sich lediglich mit den beiden Youngstern Jacob Bruun Larsen und Erik Thommy verstärkt.

Zuletzt wurde beim Aufsteiger offensichtlich, dass man große Probleme damit hat, seine Angreifer in Abschlusssituationen zu bringen. Mit 16 Treffern stellt der VfB die zweitschwächste Offensive der Liga. Nur logisch, dass die Fans der Schwaben daher einen kreativen Spieler gefordert haben, der seine Mitspieler gut in Szene setzen kann. Die Verantwortlichen konnten oder wollten diesen Wünsch jedoch nicht erfüllen.


Der 60-jährige Sportvorstand des Aufsteigers rechtfertigte sein Handeln am Mittwochabend gegenüber den Stuttgarter Nachrichten folgendermaßen: "Wir haben immer betont, dass wir unserem Kader vertrauen und davon überzeugt sind, mit ihm unsere Ziele zu erreichen. Wir haben auch immer betont, dass wir nur dann erneut auf dem Transfermarkt aktiv werden, wenn sich eine absolut sinnvolle Lösung für den VfB ergibt, von der wir total überzeugt sind und die uns sportlich sofort weiterhilft."

Die Konkurrenz im Tabellenkeller zeigte sich hingegen mutiger. ​Werder Bremen angelte sich für 7,5 Millionen Euro Ablöse Milot Rashica von Vitesse Arnheim. Der 21-Jährige Rechstaußen wurde angeblich zwischenzeitlich auch beim VfB gehandelt, war den Stuttgartern jedoch zu teuer. Ob sich die Passivität auf dem Transfermarkt rächt, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Am Samstag treffen die Schwaben auf den VfL wolfsburg, die sich ebenfalls auf den letzten Drücker mit Offensivmann Admir Mehmedi verstäkt haben.