Vor dem Duell mit Ex-Trainer Peter Stöger sprach Kölns Sportchef Armin Veh über den neuen Mann auf der Trainerbank. Die Zukunft von Stefan Ruthenbeck ließ er komplett offen - unabhängig davon, ob das "Wunder Klassenerhalt" gelingt. Von der Arbeit des Bundesliga-Novizen ist er überzeugt.


Der Auftakt des 21. Spieltages am Freitagabend (20.30 Uhr) ist keine normale Bundesliga-Partie. Im Rheinenergiestadion kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund - oder anders gesagt: zum Wiedersehen zwischen dem Tabellenschlusslicht und Peter Stöger.


Der BVB-Coach stand viereinhalb Spielzeiten an der Seitenlinie der 'Geißböcke'. Bis in die Europa League führte der Österreicher den FC, bevor in der abgelaufenen Hinrunde ein beispielloser Absturz folgte. Stöger musste gehen, U19-Trainer Stefan Ruthenbeck übernahm. "Das ist Köln gegen Dortmund und nicht Ruthenbeck gegen Stöger“, beschwichtigte Ruthenbeck.


Unter dem Bundesliga-Neuling fanden die Kölner zurück in die Spur und haben nach zehn Punkten aus den vergangenen vier Partien wieder Hoffnung auf das "Wunder Klassenerhalt". Messen will ihn der neue Sportchef Armin Veh daran aber nicht: "Denn unsere Situation wurde in der Hinrunde verursacht. Das habe ich Stefan Ruthenbeck auch so gesagt. Ich kann nicht verlangen, dass er nach drei Punkten aus 16 Spielen mit einer Jugendmannschaft ​jedes Spiel gewinnt. Das ist jetzt ja glücklicherweise anders", sagte Veh dem Kölner Stadtanzeiger.

​Eine Spitze gegen Ex-Coach Stöger soll das aber nicht sein. "Ich trete nicht nach. Es geht mir um die Fakten", beteuerte der Schmadtke-Nachfolger. Und die zeigen, dass Köln unter Ruthenbeck in sechs Liga-Spielen zehn Punkte eingefahren hat. Bis auf vier Zähler sind die 'Geißböcke' an Relegationsrang 16 herangekommen. 


Sollte es also tatsächlich noch gelingen, die Liga zu halten, liegt eine weitere Zusammenarbeit mit Ruthenbeck als Cheftrainer nahe. Garantieren möchte das Veh allerdings nicht. "Wenn ich etwas verspreche, dann muss ich es halten. So bin ich erzogen. Deshalb haben wir einen Vertrag bis zum 30. Juni ausgemacht. Ich habe ihm nicht versprochen, dass er bleibt, wenn wir den Klassenverbleib schaffen“, betonte Veh in einem Gespräch mit dem kicker.


Ein Abstieg bedeute im Umkehrschluss aber nicht, dass man sich von Ruthenbeck trennen werde. "Wenn es nicht klappt, hat er die Möglichkeit, im Verein zu bleiben", so Kölns Sportchef. Veh will sich alle Möglichkeiten offen halten, ist bislang aber von der Arbeit von Ruthenbeck überzeugt. Der 57-Jährige bezeichnet ihn als klassischen "Laptop-Trainer", meint das aber nicht abwertend. "Die laufen doch alle mit Laptops rum. So ist die Zeit. Wenn man die Möglichkeit hat, alle diese Daten zu nutzen, dann muss man das tun.“ Am wichtigsten sei aber "wie man eine Mannschaft führt und sie aufstellt“, erklärte Veh.