Blöd, wenn nach einem "Geheimtreffen" alle Bescheid wissen. Schalkes Sportchef Christian Heidel und Trainer Domenico Tedesco wurden am vergangenen Montag mit Augsburgs Daniel Opare abgelichtet. Laut Heidel ging es aber nicht um einen Winter-Wechsel des Rechtsverteidigers. Es sei ein "erstes Kennenlernen" gewesen - wohl für einen ablösefreien Wechsel im Sommer.


Daniel Opare gehört in seinem letzten Vertragsjahr beim FC Augsburg zum Stammpersonal. 17-mal stand der rechte Verteidiger in der aktuellen Spielzeit in der Startelf von Trainer Manuel Baum. In seinen beiden Jahren zuvor war der ghanaische Nationalspieler meist nur Reservist und kam bei seiner halbjährigen Leihe zum RC Lens in der vergangenen Rückrunde ebenfalls nur zu sieben Einsätzen.


Seine jüngsten Leistungen haben den 27-Jährigen aber in den Fokus rücken lassen - zumal er im Sommer ablösefrei zu haben ist. Am Montag, zwei Tage vor dem Deadline Day, hatte sich der ​Augsburger mit einer Schalke-Delegation am Düsseldorfer Flughafen ​getroffen. Mit dabei: Schalke-Manager Christian Heidel, dessen rechte Hand Axel Schuster und Trainer Domenico Tedesco. 


Dabei wurde aber wohl nicht über einen Winter-Wechsel verhandelt. 'Knappen'-Sportchef Heidel bekräftigte gegenüber Sky, es sei "absolut nicht angedacht, heute noch einen Spieler zu verpflichten."

​​"Ich bin ja bekannt dafür, dass ich auch mal am letzten Tag zuschlage, aber es ist nichts mehr geplant, heute wird beim FC Schalke 04 nichts mehr passieren", so Heidel weiter. Zu viele Veränderungen im Kader seien im Winter nicht gut, befand der 54-Jährige.

Zu dem Treffen mit Daniel Opare sagte er: "Es war ein reiner Gedankenaustausch und ein Kennenlernabend, nicht mehr und nicht weniger!" Da der Vertrag des 27-Jährigen in weniger als sechs Monaten ausläuft, ist Schalke dazu berechtigt, sich mit dem Spieler zu treffen.


Da Opare offiziell keinen Berater hat, führte er die Gespräche wohl höchstpersönlich. In Augsburg war man darüber naturgemäß nicht all zu begeistert, auch wenn Trainer Baum ankündigte, zunächst mit dem Spieler darüber reden zu wollen. "Es findet definitiv ein Gespräch statt, da werde ich ihm meinen Standpunkt klar sagen." Ein Urteil wolle er zuvor aber noch nicht fällen. "Es gibt immer zwei Seiten, warum er neben dem Trainer von Schalke sitzt und so ein Gespräch zustande kommt. Ich höre mir lieber zuerst den Spieler an, bevor ich wild herumspekuliere", wird der Augsburg-Coach vom kicker zitiert.

Anfang Januar hatte Opare noch betont, in Augsburg bleiben zu wollen. "Ich bin bereit, meinen Vertrag zu verlängern und froh, wenn ich noch mehrere Jahre hier spielen kann", meinte der 27-Jährige. Da wusste er wohl noch nichts von dem Interesse der Schalker. Sollten die 'Knappen' im Sommer tatsächlich ernst machen, dürfte Opare für den 'FCA' kaum zu halten sein.