Die "Causa Hollerbach" ist beendet. Drittligist Würzburger Kickers hat das Arbeitsverhältnis mit ihrem Ex-Trainer "allein aufgrund der Freundschaft zu Bernd" aufgelöst und dabei von weiteren Forderungen an den HSV abgesehen, teilte der Klub offiziell mit. Eine Spitze an die Hamburger ließen sich die Kickers dabei nicht nehmen.


​Die Würzburger Kickers haben die Posse um HSV-Trainer Bernd Hollerbach für beendet erklärt. In einem offiziellen Klub-Statement sprach der Drittligist von einer "formalen Klärung in der Causa Hollerbach." Demnach habe man sich entschlossen, den bestehenden Vertrag mit dem Ex-Coach aufzulösen und auf das "Entschädigungsangebot" der Hamburger einzugehen.


Damit wird der HSV ein Ablösespiel in Würzburg bestreiten, dessen Einnahmen an die Kickers gehen werden. Sollte Hollerbach auch nach der kommenden Saison beim HSV an der Seitenlinie in der Bundesliga stehen, wird ein weiteres Spiel unter gleichen Bedingungen fällig. Wie die Kickers mitteilten, werde man die Einnahmen an soziale Zwecke spenden. 

Nach der Inthronisierung von Hollerbach als Gisdol-Nachfolger beim HSV war es zu der "Causa" gekommen, weil der Ex-Profi beim Drittligisten noch unter Vertrag stand. Trotz seines Rücktritts als Trainer im vergangenen Sommer war er wohl weiterhin als Berater für den Zweitliga-Absteiger tätig. ​Würzburg hatte dem HSV ein Ultimatum gesetzt, nachdem man mit dem Angebot der Hanseaten nicht zufrieden war.


Nun aber doch die Kehrtwende - Hollerbachs Arbeitsverhältnis mit den Kickers wurde ​ohne neues HSV-Angebot aufgelöst. "Wir nehmen es aber einzig und allein aufgrund der Freundschaft zu Bernd an", ließ Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer verlautbaren. Eine Spitze für Hollerbachs neuen Klub ließ er sich dabei nicht nehmen: "Objektiv muss man leider festhalten, dass der Umfang des Angebots dem Wert und den Qualitäten von Bernd sowie der Wichtigkeit seiner Verpflichtung in der aktuellen HSV-Situation nicht annähernd gerecht wird", befand Sauer, der wohl einen niedrigen sechsstelligen Betrag gefordert hatte.


"Ab sofort sollen sich auch Bernd Hollerbach und seine Mannschaft wieder voll und ganz den sportlichen Themen widmen können, was einigen Verantwortlichen des HSV in letzter Zeit offensichtlich nicht so wichtig erschienen ist", legte Sauer nach und stellte fest, dass man "juristisch und moralisch im Recht" sei, "aber Bernd Hollerbach schützen" müsse, "der in Würzburg hervorragende Arbeit und mit dem Doppelaufstieg Einzigartiges geleistet hat."