Nach dem Schock kam der Kampfeswille schnell zurück. Leipzigs Marcel Halstenberg will nach seinem Kreuzbandriss so schnell wie möglich wieder fit werden. Schwer enttäuscht über das Saison-Aus und den geplatzten WM-Traum ist er dennoch. Zuspruch gab es vom Bundestrainer und den RB-Kollegen.


Leipzigs Marcel Halstenberg muss seinen WM-Traum begraben. Der Linksverteidiger hatte sich vergangene Woche ​im Training des Vizemeisters einen Kreuzbandriss zugezogen. RB sucht deshalb nun im Transfer-Endspurt am "​Deadline Day" händeringend nach einem Ersatz für den Neu-Nationalspieler.


Geht es nach Halstenberg muss dieser nur kurzfristig weiterhelfen. Der 26-Jährige gab sich im Gespräch mit der Bild zwar schwer enttäuscht über sein Saison-Aus, will aber bereits im August wieder auf den Platz zurückkehren. "Das ist mein Ziel, ich will schnellstmöglich fit werden“, gab er sich kämpferisch.

"Das war einfach nur unglücklich“ - Kein Vorwurf an Augustin


Mittlerweile wurde Halstenberg in Regensburg erfolgreich am linken Knie operiert. "Die Diagnose war schon ein richtiger Schlag ins Gesicht", erzählte er. Zunächst habe Halstenberg noch an eine Prellung geglaubt. "Aber nachdem sich der Verein nach dem MRT eine zweite Meinung einholen wollte, bin ich vom schlimmsten Fall ausgegangen.“


Der folgenreiche Zusammenprall mit Kollege Jean-Kévin Augustin habe sich im Zehn-gegen-Zehn-Trainingsspiel ereignet, berichtete der RB-Verteidiger. "Es war eine blöde Szene. Er hat sich den Ball vielleicht etwas zu weit vorgelegt, ich bin mit gestrecktem Bein in den Zweikampf gegangen. Er ist ausgerutscht und in mein Knie reingefallen. Das war einfach nur unglücklich“, machte Halstenberg dem französischen Youngster keinen Vorwurf. 


WM-Traum geplatzt - Genesungswünsche von Löw


Nach dem ersten Schock könne er inzwischen damit umgehen. "Wichtig ist, dass der Heilungsprozess jetzt ohne Komplikationen verläuft“, so Halstenbergs Hoffnung. Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Sommer kommt aber auf jeden Fall zu früh. "Das ist natürlich traurig und enttäuschend, ich habe mir schon eine realistische Chance ausgerechnet. Aber ich muss die Situation annehmen, wie sie ist“, meinte er dazu. "Jogi Löw und Oliver Bierhoff haben Genesungswünsche ausgerichtet. Auch vom Team drumherum habe ich unglaublich viel Feedback bekommen“, so Halstenberg weiter.


Und auch von den Kollegen in Leipzig erhielt er viel Zuspruch. Nach dem ​1:0-Treffer gegen den HSV jubelten sie mit einem Halstenberg-Trikot. "Ich war zwar im Stadion, habe es aber erst gar nicht gesehen. Meine Schwiegermutter hat mir dann eine SMS geschickt. Dann habe ich es mir nochmal in der Wiederholung angesehen. Das war wirklich eine tolle Geste, über die ich mich sehr gefreut habe“, zeigte er sich dankbar.