​Der Wechsel von Marc Bartra zu Betis Sevilla ist seit gestern Abend fix. Der Spanier hinterließ menschlich einen bleibenden Eindruck, schaffte er es doch binnen kurzer Zeit zum Publikumsliebling aufzusteigen. Sportlich jedoch - so muss man leider zugeben - konnte Bartra den Ansprüchen in Dortmund nie gerecht werden. 


Im Sommer 2016 stand (mal wieder) ein großer Umbruch beim BVB an. Mit Mats Hummels, Henrikh Mkhitaryan und Ilkay Gündogan verließen gleich drei Leistungsträger den Verein. Als Nachfolger von Kapitän Hummels wurde Marc Bartra auserkoren, der durch eine Ausstiegsklausel günstig vom FC Barcelona transferiert werden konnte.


Doch die Fußstapfen, in die der Katalane zu treten hatte, waren stets zu groß. Die erste Halbserie im BVB-Trikot war - nett formuliert - durchwachsen. Erst zur Rückrunde 2016/17 stabilisierten sich die Leistungen des Innenverteidigers und es keimte Hoffnung auf, dass Bartra einen Mats Hummels tatsächlich vergessen machen kann. Klasse Stellungsspiel, robuste Zweikampfführung, starkes Aufbauspiel. Marc Bartra war auf dem Weg zum defensiven Leistungsträger.



Doch der 11. April 2017 sollte diese Ausgangssituation drastisch ändern. Beim Anschlag auf den BVB-Bus vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen die AS Monaco wurde Bartra als einziger BVB-Akteur verletzt. Todesangst, Schmerzen, Krankenhaus, OP. Trotz einer geringen Ausfallzeit von nur vier Wochen erholte sich Bartra nur schwer von den Ereignissen. Seine Tränen nach seinem Comeback im Signal Iduna Park sprachen Bände.



Sportlich jedoch fand er nie mehr zu seiner Form aus dem Frühjahr 2017. Seit dem Amtsantritt von Peter Stöger stand der Abwehrmann nicht ein einziges Mal in der Startelf und es schien, als habe sich der Spanier ziemlich weit von der Mannschaft entfernt. Bartra bat um einen Vereinswechsel. Dies war sowohl sportlich, als auch emotional begründet. Ein Wechsel in die Heimat soll der Karriere nun wieder einen Schub geben.



Die Bürde der Hummels-Nachfolge jedoch muss nun neu geklärt werden. Ömer Toprak hat sich unter Stöger deutlich verbessert, scheint jedoch ein anderer Spielertyp zu sein. 21-Millionen-Neuzugang Manuel Akanji saß bisher 180 Minuten auf der Bank. Die Zeit wird zeigen, welcher Innenverteidiger sich neben Sokratis behaupten wird. Einen neuen Mats Hummels - davon darf man ausgehen - wird es aber in Dortmund so schnell nicht geben.