Es ist ein Konkurrenzkampf, den keiner mehr für möglich gehalten hat: Thomas Kraft überzeugt seit zwei Spielen als Vertreter von Rune Jarstein zwischen den Pfosten von Hertha BSC – und kassiert ordentlich Lob für seine Leistungen.


Rune Jarstein ist in der Hauptstadt eigentlich unumstrittener Stammkeeper. Eigentlich. ​Der Norweger zog sich kürzlich einen Muskelfaserriss zu und wurde in den vergangenen beiden Spielen gegen Bremen (0:0) und Dortmund (1:1) von Ersatzkeeper Michael Kraft überragend vertreten.


„Thomas hat spektakuläre Bälle gehalten, aber viel beeindruckender finde ich seine Spielintelligenz“, schwärmt Herthas Torwart-Trainer Zsolt Petry in der Bild. „Er hat sich toll entwickelt, regelt viel mit dem Kopf, liest das Spiel auf hohem Niveau. Er macht alles bewusst, das ist kein Zufall. Er spielt jetzt sehr unaufgeregt und souverän, das gefällt mir.“


SV Werder Bremen v Hertha BSC - Bundesliga

Back in business: Hertha-Keeper Thomas Kraft


​Bisher kam Kraft nur in den Europa-League-Spielen der Hertha zum Einsatz. Darüber hinaus spielte er einmal in der Regionalliga. Gut möglich, dass der 29-Jährige wieder dauerhaft in der Bundesliga aufläuft. „Thomas ist nicht mehr so verbissen wie früher, hat sich auch menschlich weiterentwickelt“, sagt Petry, „es geht nicht nur um Siege, er genießt jetzt im Training den Spaß am Fliegen, die Wertschätzung im Klub, das Leben mit der Familie. Er ist sehr entspannt und fokussiert. Alle diese Dinge strahlt er jetzt auf dem Platz aus.“


Auch Cheftrainer Pál Dárdai zeigt sich zufrieden mit der Situation, in der er sich befindet. „Beide Torhüter sind stark, beide sind Führungsspieler. Fällt da einer mal verletzt aus, muss man nicht zittern“, so der Übungsleiter. Petry fügt schließlich an, dass alles offen sei: „Egal wer im Tor steht – wir werden einen sicheren Rückhalt haben.“ Am Ende entscheidet der Torwart-Trainer, wer zwischen den Pfosten steht.