​​Mit Tayfun Korkut hat der VfB Stuttgart gestern den Nachfolger des entlassenen Hannes Wolf vorgestellt. Der neue Mann an der Seitenlinie, war bei den Schwaben angeblich nicht die erste Wahl. Der ehemalige VfB-Profi Thomas Berthold wirft der Klubführung gravierende Fehler im Umgang mit der Krise beim Aufsteiger vor.


In einem Interview mit dem Nachrichtenportal t-online.de warf der 53-Jährige den Verantwortlichen des Vereins vor, kopflos zu reagieren. "Die Entscheidung für Tayfun Korkut kam aufgrund fehlender Alternativen zustande. Die Top-Kandidaten wie Thomas Tuchel oder Markus Weinzierl hat man nicht bekommen. Tayfun Korkut hat seit längerer Zeit keinen Verein trainiert und kann dankbar sein, dass er diese Chance bekommt", so der ehemalige Abwehrspieler.


Der VfB müsse sich dabei hinterfragen, wieso man einen Top-Trainer wie Thomas Tuchel nicht an den Neckar lotsen konnte: "Die Trainer, die im Gespräch waren, haben sicher allesamt den Kader bewertet und haben wahrscheinlich bei ihrer ersten Bestandsaufnahme gesagt: Bei dem Kader habe ich ja vielleicht mehr zu verlieren als zu gewinnen."

Insbesondere ​Sportvorstand Michael Reschke hat, nach Meinung des Weltmeisters von 1990, durch seine Aussagen über Hannes Wolf im ZDF Sportstudio, unnötig Unruhe in den Verein gebracht: "Michael Reschke hat sein Leben lang in zweiter Reihe als Scout gearbeitet und steht jetzt erstmals in erster Reihe als Sportvorstand. Und in dieser Position muss man wissen, welche Wirkung so eine Aussage medial haben kann. Das hat er völlig falsch eingeschätzt."


Berthold selbst hätte dem Aufstiegstrainer "noch ein, zwei Spiele mehr Zeit gegeben. Denn der VfB steht aktuell nicht auf dem Relegationsplatz oder einem direkten Abstiegsplatz."


Die sportliche Misere sei dabei keineswegs nur auf die Taktik des Trainers zurückzuführen gewesen, sondern man habe auch bei der Personalplanung Fehler gemacht. Mit Erik Thommy und Jacob Brunn Larsen haben die Schwaben im Winter zwei sehr unerfahrene Spieler geholt. In der jetzigen Lage bräuchte man aber vielmehr "gestandene Spieler, die auch mit dem Druck umgehen können."