​Tayfun Korkut ist neuer Trainer des VfB Stuttgart und soll den Schwaben zum Klassenerhalt verhelfen. Die Personalentscheidung wurde im Fanlager mit eher ​gemischten Gefühlen aufgenommen. Auch der ein oder andere Spieler wird nicht gerade in Jubelekstasen ausgebrochen sein. Der Türke gilt - anders als Hannes Wolf - nicht wirklich als Talenteförderer. Leih-Talente wie Dzenis Burnic oder der frisch vom BVB gekommene Jacob Bruun Larsen dürften es in der Rückrunde nicht einfach haben.


Als Tayfun Korkut in der vergangenen Rückrunde den Trainerposten in Leverkusen übernahm, holte er in zwölf Spielen zwölf Punkte. Eine eher magere Ausbeute. Dabei ließ er einen gewissen Leon Bailey, der im Winter aus Genk gekommen war, zumeist auf der Bank schmoren. 


Der 43-jährige Coach schien das enorme Potenzial des Jamaikaners nicht erkannt zu haben. Bailey war nicht gut genug für die erste Elf. Jener Bailey, der in dieser Saison die Werkself mit acht Toren und fünf Assists quasi im Alleingang auf Platz zwei der Tabelle schoss. Korkut setzt eher auf die älteren Hasen. Sehr zum Leidwesen zweier Stuttgarter Leihspieler - und auch von Borussia Dortmund.

Der Revierklub parkte nämlich zwei außergewöhnliche Talente beim VfB, die im Schwabenländle Spielpraxis sammeln sollten, um dann als gestandene Profis in den Signal Iduna Park zurückzukehren. Bereits im Sommer schloss sich Dzenis Burnic leihweise den Stuttgartern an. Doch die Bilanz war bisher ernüchternd. Gerade einmal sechs Partien stehen auf dem Konto des 19-Jährigen. Zuletzt durfte der Mittelfeldspieler gegen Schalke aber für 90 Minuten ran. Eine Wende zeichnete sich ab. Just in diesem Moment wurde Hannes Wolf entlassen und Tayfun Korkut übernahm.

Mit Jacob Bruun Larsen wechselte im Winter ein weiteres hoffnungsvolles BVB-Talent an den Neckar. Auch der Däne erhoffte sich, dass der ehemalige Dortmunder Jugendcoach Wolf ihm Einsatzzeiten gewährt. Und siehe da: gegen Schalke stand der 19-Jährige prompt in der Startelf. Doch auch Larsen wird sich unter Korkut wohl hinten einreihen  müssen. Das ist fürs Erste einmal schwierig für die Spieler. Aber auch Borussia Dortmund kann keinen Gefallen daran finden, wenn ihre Leihspieler nicht die gewünschte Spielpraxis erhalten. 


Im Sommer wird man sehen, inwieweit sich das Leihgeschäft für alle beteiligten Parteien ausgezahlt hat. Mit dem neuen Trainer Tayfun Korkut sind die Vorzeichen aber denkbar schlecht. Andererseits kann der gebürtige Stuttgarter seine Kritiker auch eines Besseren belehren.