Der Derbysieg gegen den Nord-Nachbarn Hannover 96 könnte für den VfL Wolfsburg ein Meilenstein gewesen sein. Von den Abstiegsrängen konnten sich die 'Wölfe' etwas lösen - und das trotz der vielen Ausfälle. Eigengewächs Elvis Rexhbecaj feierte seine Bundesliga-Premiere. Trainer Schmidt zeigte sich im Anschluss begeistert. 


Für den VfL Wolfsburg war der Sieg im Niedersachsenderby in Hannover gleich in mehrerlei Hinsicht eminent wichtig. Zu allererst natürlich, weil der ​Vorsprung auf die Abstiegsränge auf sechs Punkte zum Relegationsplatz respektive sieben zu Rang 17 ausgebaut werden konnte. Dass es beim ​knappen 1:0-Auswärtserfolg gegen den Niedersachsen-Rivalen ging, war da sicherlich nur ein Extra.


"Es gibt gute und schlechte Unentschieden. Und es gibt dreckige Siege... Manchmal muss man eben eine Halbzeit lang verteidigen und dann in der zweiten Halbzeit seinen Plan umsetzen", freute sich Trainer Martin Schmidt über den glücklichen Sieg, mit dem man sich ein wenig von der Abstiegszone lösen konnte. "Das macht in den Köpfen der Spieler schon etwas aus", befand er.


Der vierte Saisonsieg der "Unentschieden-Könige" aus der Autostadt war auch deshalb von so großer Bedeutung, weil vor der Partie reihenweise Stammspieler ausgefallen waren. Die Innenverteidigung musste mit Jeffrey Bruma und Robin Knoche komplett neu besetzt werden. Im Mittelfeld fehlte Josuha Guilavogui und im Sturmzentrum Divock Origi, um nur einige zu nennen. 


"Was wir mitnehmen müssen, ist die Tugend dieses Teams. Das tut schon gut und ist sehr wichtig", meinte der VfL-Coach über die Willensleistung seiner Mannschaft. Am nächsten Samstag geht es nämlich gegen Tabellennachbar VfB Stuttgart (15.30 Uhr), die in dieser Woche ihren Trainer gewechselt haben und im Sturm mit einem gar nicht so alten Bekannten aufwarten. Für Ex-Wölfe-Kapitän Mario Gomez wird das sicherlich ein ganz besonderes Spiel.


"Elvis war scharfgestellt" - nah dran an der Startelf


Der VfL kann dagegen mit einem Sieg weiter von den unteren Tabellenregionen davonziehen - drei Punkte gegen Stuttgart käme schon einer Vorentscheidung im Abstiegskampf gleich. Mithelfen wird dabei auch wieder Eigengewächs Elvis Rexhbecaj. Für den 20-jährigen Mittelfeldspieler war der Sieg nämlich nicht nur extrem wichtig, sondern ließ auch einen Traum wahr werden.


Rexhbecaj feierte bei seiner Einwechslung in der 83. Minute sein Bundesliga-Debüt. "Es war ein unfassbares Gefühl, als ich meine Nummer gesehen habe und wusste, dass ich nun eingewechselt werde. Das kann man nicht beschreiben - einfach geil. Dafür habe ich gearbeitet und es ist für mich der Ansporn, weiterhin alles zu geben", zeigte er sich im Anschluss überglücklich. 

Und auch sein Trainer war hochzufrieden mit dem Debütanten. "Elvis war scharfgestellt, als er reinkam. Ich habe ihm vor der Einwechslung gesagt: ‚Geh’ rein und powere dich aus, aber hol’ dir keine Gelbe ab oder noch schlimmer.’ Er ist dann rein und wir haben auf 4-5-1 umgestellt. Wir haben das Zentrum verdichtet. Er hat seine Aufgabe ganz gut, willig und überzeugend gemacht“, freute sich Schmidt. 


"Er ist auf alles gegangen, was sich bewegt hat. Er hat es gut und mit Überzeugung gemacht. Die erste Nervosität ist jetzt womöglich weg. Er hat das Herz am richtigen Fleck, so einen brauchen wir", geriet der VfL-Coach im Angesicht der drei Punkte regelrecht ins Schwärmen.


Glaubt man den Worten des Schweizers, war Rexhbecajs gelungener Kurz-Auftritt nur der Anfang. "Wir trauen ihm alles zu. Er ist haarscharf an den Startelf vorbei geschrammt", so Schmidt zu den Wolfsburger Nachrichten.

Es war erst das zweite Mal, dass Rexhbecaj überhaupt erst im Bundesliga-Aufgebot stand. Am 16. Spieltag gegen Leipzig verfolgte er die Partie noch von der Bank aus. Bislang kam er überwiegend in der VfL-Reserve in der Regionalliga Nord zum Einsatz. Dort hat der flexible Mittelfeldspieler in 18 Spielen gute acht Tore erzielt und einen Treffer vorbereitet.