Yann Sommer musste in Frankfurt nach gut einer Viertelstunde das Gladbacher Tor unfreiwillig verlassen. Der Schweizer wurde mit Leistenproblemen ausgewechselt. Für ihn kam Backup Tobias Sippel zu seinem dritten Saisoneinsatz. Der Kaltstart war für den 29-Jährigen kein Problem - Sippel freute sich über die unverhoffte Chance. Die 0:2-Niederlage wurmte ihn dagegen sehr.


Unverhofft kommt oft. Bei Gladbachs Nummer zwei Tobias Sippel in dieser Saison schon zum dritten Mal. Während der 29 Jahre alte Schlussmann die vergangene Bundesliga-Spielzeit komplett von der Bank aus verfolgte, kam Sippel bei der​ 0:2-Auswärtsniederlage der Borussia in Frankfurt zu seinem dritten Saison-Einsatz. Am fünften und sechsten Spieltag hatte er Kollege Yann Sommer schon beim 2:0 gegen den VfB Stuttgart und beim 1:6 in Dortmund ersetzt. Der Schweizer Nationalkeeper war damals wegen einer Innenbanddehnung ausgefallen.


In Frankfurt schien es zunächst ein ruhiger Arbeitstag für Sippel zu werden. ​Bis sich Sommer schon nach gut einer Viertelstunde mit Leistenproblemen meldete. Nach 17 Minute erfolgte der Wechsel. "Yann konnte keine langen Bälle mehr hinten rausspielen. Deshalb war der Wechsel notwendig",​ erklärte Borussen-Coach Dieter Hecking nach der Partie. Zuvor seien schon Gladbachs Athletiktrainer Sommers Probleme aufgefallen, klärte Backup Sippel auf. 


Nach zwei Spielen von Anfang an musste Sippel dieses Mal von der Bank kommen - eine äußerst unangenehme Aufgabe für einen Torhüter. Für Sippel kein Problem: "Es ist ja nicht so, dass man sich wie ein Dauerkarteninhaber auf die Bank setzt und sich in Ruhe das Spiel anguckt. Man ist als Torhüter immer darauf fokussiert, dass etwas passieren kann und man kurzfristig hereinkommt. Deswegen bin ich ja auch hier. Ich bin auf so einen Fall vorbereitet."

An der Niederlage konnte das nichts ändern, auch wenn Sippel an den beiden Gegentoren keinerlei Schuld traf. "Die Jungs konnten sehen, dass sie sich auf mich verlassen können, wenn ich auf dem Platz stehe - auch wenn wir das Spiel am Ende leider verloren haben. Dafür, dass ich vorher so lange nicht gespielt habe, war es in Ordnung. Natürlich ist immer noch etwas Luft nach oben", bewertete der Ex-Lauterer seinen dritten Saisoneinsatz.


Die Niederlage konnte er nicht so einfach abhaken. "Für jeden Torwart ist es immer schön, wenn er spielen kann. Trotzdem überwiegt natürlich der Ärger über die Niederlage, das ist ja klar. Ich denke, dass wir spielerisch besser waren als Frankfurt und es auf jeden Fall verdient gehabt hätten, einen Punkt mitzunehmen. Aber wir haben es einfach versäumt, die Tore zu machen", befand er.

In seinem 100. Bundesliga-Spiel hatte Thorgan Hazard in der 78. Minute den Ausgleich für die 'Fohlen' auf dem Fuß. Nach zuvor vier verwandelten Elfmetern ging sein Strafstoß dieses Mal nur an den Querbalken. Stattdessen konnte die Eintracht in der Nachspielzeit noch das 2:0 durch den eingewechselten Luka Jovic erzielen. So rutschten die 'Fohlen' durch die zweite Niederlage im neuen Jahr auf Rang sieben aus den internationalen Plätzen, während die Hausherren an Gladbach vorbei auf Platz vier klettern konnten.