Der 1:1-Ausgleich des Hamburger SV beim Gastspiel gegen RB Leipzig erhitzt die Gemüter. Da Filip Kostic aus abseitsverdächtiger Position einnetzte, ist die Verwunderung groß, warum der Video-Assistent nicht auf den Plan gerufen wurde. Der Grund: Die Abseitslinie muss erst noch zertifiziert werden, wie DFB-Vorstandsmitglied Ansgar Schwenken erklärte.


In der 29. Minute hatte ​die Mannschaft von Neu-Trainer Bernd Hollerbach ihren ganz großen Moment: Gideon Jung spielte den Ball in den Lauf von Filip Kostic, der den Leipzig-Keeper Peter Gulacsi überlaufen und das Runde unbedrängt ins Eckige schieben konnte. Doch stand der Serbe beim Abspiel nicht im Abseits?

FBL-GER-BUNDELIGA-LEIPZIG-HAMBURG

Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift - und nicht, wenn der Video-Assistent ruft.



Während bei anderen kniffligen Entscheidungen der Video-Assistent einschreitet, blieb ein Anruf aus Köln im Spiel zwischen RB Leipzig und dem Hamburger SV aus. Der Grund: die noch nicht zertifizierte "Abseitslinie". Warum auf keine verlässliche zurückgegriffen werden konnte, erklärte nun Ansgar Schwenken, seines Zeichens Beratender Vertreter der DFL und DFB-Vorstandsmitglied.


Hohe Qualitätsansprüche


"DFL und DFB werden, wie in den vergangenen Monaten immer wieder betont, erst auf die so genannte kalibrierte Linie zurückgreifen, wenn von FIFA und IFAB Versionen eines oder mehrerer Dienstleister zertifiziert wurden und zugelassen sind - ähnlich wie das vor Einführung der Torlinientechnologie der Fall war. Erst damit wären auch unsere eigenen, höchsten Qualitätsansprüche erfüllt, dass mithilfe der Linien tatsächlich in höchstem Maße verlässlich aufgelöst wird, ob eine Abseitsstellung vorliegt oder nicht", gab Schwenken im Interview mit dfb.de zu Protokoll.

Laut des DFL-Beraters seinen "im Vorfeld jedes Spiels umfangreiche technische Vorleistungen zu erbringen". Ohne diese ist eine Video-Entscheidung nicht zu vereinbaren, wie Schwenken deutlich machte: "Erst dadurch kann sichergestellt werden, dass die Linie in jeder Hinsicht exakt ist - mehr als ob diese Genauigkeit "nur" vom menschlichen Auge und subjektivem Ermessen abhängig ist. Denn schon die minimalste zeitliche Abweichung, schon eine hundertstel Sekunde bei der zeitlichen Festlegung des Abspiels, kann zu einem fehlerhaften Ergebnis und somit zu einen falschen Eindruck führen, ob Abseits vorlag oder aber nicht."