Am vergangenen Wochenende kehrte Davie Selke zu seinem Ex-Klub Werder Bremen zurück, wusste aber mitnichten durch Leistung zu überzeugen. In den Vordergrund drängte sich stattdessen mit Jordan Torunarigha einer, der in den Vorwochen etwas in Vergessenheit geriet.


Zweieinhalb Jahre ging Davie Selke für Werder auf Torejagd. Er wolle jubeln, wenn er ein Tor gegen seinen Ex-Klub schieße, sagte der jetzige Angreifer von Hertha BSC im Vorfeld der Partie. ​Beim 0:0 an der Weser wurde aber nichts daraus, der Angreifer wartete mit einer enttäuschenden Leistung auf und musste nach gut einer Stunde vom Platz.


„Davie sollte die Tiefe halten und im Zentrum bleiben, aber er war überall unterwegs. Das ist nicht in Ordnung und sah nicht gut aus“, tadelte BSC-Coach Pál Dárdai seinen Angreifer im kicker. „Vielleicht wollte er zu viel. Auch wenn er nur zehn Ballkontakte hat, muss er seine Position akzeptieren. Das muss er lernen, da muss er Geduld haben.“

Hertha BSC v Hannover 96 - Bundesliga

Jordan Torunarigha machte in Bremen mal wieder auf sich aufmerksam


Selke selbst analysierte sein Spiel folgendermaßen: „Werder hat die Innenverteidiger breit aufgestellt und sich gut rauskombiniert.“ Für einen Stürmer sei das eklig, „wenn du nur 30-, 40-Meter-Sprints machen musst von der einen auf die andere Seite.“ Während sich Selke ins Abseits bugsierte, hatte Jordan Torunarigha allen Grund, mit seiner Leistung zufrieden zu sein.


In dieser Saison verkommt der Defensivallrounder mehr und mehr zum Edelreservisten. ​Nachdem Fabian Lustenberger nach einem ​Kock-Out vom Platz musste, ergriff Torunarigha seine Chance und überzeugte die Berliner Chefetage. „Jordan hat ein Statement abgeliefert und alles gezeigt, was sein Spiel ausmacht: Tempo, Zweikampfstärke, Resolutheit, sauberes Aufbauspiel“, urteilt Manager Michael Preetz.


Seine beste Aktion hatte der 20-Jährige Sekunden vor dem Schlusspfiff, als er einen Schuss von Maximilian Eggestein auf der Linie abwehrte. „Gut, dass Jordan da war“, schnauft Dárdai durch und lobt: „Wenn wir hoch verteidigen, läuft er mit seiner Geschwindigkeit alles ab. Er war unser bester Mann.“ Torunarigha blieb ob seiner Leistung nach dem Spiel gelassen.


Es freut mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte


„Ich bin es diese Saison ein bisschen gewohnt, von der Bank zu kommen. Es freut mich, dass ich der Mannschaft dieses Mal wieder helfen konnte – vor allem in der Nachspielzeit“, sagt der gebürtige Chemnitzer. Er habe in der Situation ein wenig spekuliert und sei auf die Linie gelaufen, was am Ende die richtige Entscheidung gewesen sei. „Insgesamt hätten wir besser spielen können, aber wir haben einen Punkt erkämpft. Den nehmen wir gerne mit nach Berlin.“