​Nach der ​überraschenden ​Entlassung von Trainer Hannes Wolf kommen auf den VfB Stuttgart stürmische Zeiten zu. Der erfahrene Sportvorstand Michael Reschke machte zuletzt keine gute Figur und erntet viel Kritik seitens der Anhänger der Schwaben und den Medien.


Reschke folgte am 11. August 2017 beim VfB auf Jan Schindelmeiser, der sich durch kritische Aussagen gegenüber der Ausrichtung des Vereins ins Abseits manövriert hatte. Von dem ehemaligen Chef-Scout des FC Bayern München erhoffte man sich eine souveräne Leitung des sportlichen Bereichs beim Aufsteiger. Spätestens nach der Entlassung des beliebten Aufstiegtrainers muss der 60-Jährige jedoch mit viel Gegenwind klar kommen.

Bei den sonst so kritschen Medien im Schwabenland hatte Wolf bis zuletzt einen guten Stand. Durch seine kommunikative Art und seine respektvollen Umgangsformen sorgte der 36-Jährige für einen guten Umgangston bei den Schwaben. Trotz anhaltender sportlicher Probleme wurde die Kritik an dem jungen Fußballlehrer nicht besonders laut und so kann man nicht davon sprechen, dass die Trainerentlassung einem medialen Druck geschuldet gewesen wäre.


Durch mehrere Aussagen ließ der 60-Jährige zuletzt aber Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit aufkommen. So hatte er bis zuletzt betont, Simon Terodde nicht abgeben zu wollen, nur um ihn Tage später doch zum 1. FC Köln ziehen zu lassen. Auch bei Wolf konnte man sich nicht auf das Wort des erfahrenen Kaderplaners verlassen. Unmittelbar nach Abpfiff hatte er noch erklärt, dass kein Trainerwechsel geplant sei und es "keinen Plan B" gebe und tags darauf wurde die Entlassung des gebürtigen Bochumers verkündet.

Auch bei den Anhängern genoss Wolf bis zuletzt hohes Ansehen und so hörte man auch nach der desolaten Leistung gegen die Königsblauen in der Mercedes-Benz Arena nur sehr vereinzelte Unmutsäußerungen dem Trainer gegenüber. Durch die Zweitligameisterschaft und den sofortigen Wiederaufstieg hatte der ehemalige Jugendtrainer des BVB viel Kredit gesammelt. ​Nach der Entlassung ​kritisierten daher viele Anhänger der Traditionsmannschaft die Entscheidung und konnten nicht nachvollziehen, wieso man einem jungen Trainer nicht mehr Zeit zugestanden hatte, sich mit seiner Mannschaft weiterzuentwickeln.


Nach dem Aufstieg ritten die Schwaben auf einer Euphoriewelle und konnte sich über einen starken Mitgliederzuwachs freuen. Man war wieder stolz auf den VfB. Durch die sportliche Talfahrt und die unsouveräne Vereinsführung bringt man nun wieder die Anhänger gegen sich auf und sorgt für Unruhe im Umfeld.